Letztes Update am Sa, 27.04.2019 14:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Hass auf Muslime: 34-Jähriger in Menschenmenge gefahren, acht Verletzte

Die Polizei geht von einem „Hassverbrechen“ aus. Der 34-Jährige habe die Opfer aufgrund deren Äußeren und seiner Annahme ausgesucht, es handle sich um Muslime.

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Los Angeles – Ein 34-Jähriger ist im US-Staat Kalifornien mit einem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Bei dem Vorfall am Freitag in der Stadt Sunnyvale bei San Francisco wurden nach Polizeiangaben acht Fußgänger verletzt. Die Polizei geht von einem „Hassverbrechen“ aus. Der 34-Jährige habe die Opfer aufgrund deren Äußeren und seiner Annahme ausgesucht, es handle sich um Muslime.

Neue Beweise zeigten, dass der Verdächtige die Opfer aus rassistischen Gründen angegriffen habe, teilte die Polizei in Sunnyvale mit. Er habe sie für Muslime gehalten. Acht Menschen waren bei dem Vorfall am vergangenen Dienstag verletzt worden, ein 13-jähriges Mädchen schwebte danach in Lebensgefahr.

Nach Angaben örtlicher Medien zielte der 34-Jährige insbesondere auf eine Familie ab. Deren Vater wurde demnach ebenso wie die Tochter und der Sohn verletzt. Die Tochter befindet sich derzeit im Koma. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zur Nationalität und der Religionszugehörigkeit der Familie.

Die Polizei teilte mit, die Opfer seien zwischen neun und 52 Jahre alt. Nähere Angaben zu den Betroffenen machten die Behörden zunächst nicht. Nach Überzeugung der Ermittler steuerte der Mann sein Fahrzeug absichtlich in die Menschengruppe. Der Verdächtige wurde festgenommen, seine Wohnung wurde durchsucht. Ein Polizeisprecher sagte, ihm werde versuchter Mord in acht Fällen vorgeworfen. Hinweise auf Verbindungen zu Terrororganisationen gebe es nicht. Zeugen hätten ausgesagt, dass er nach der Kollision Gott gedankt habe.

Der Sender ABC berichtete, der Verdächtige sei 2005 und 2006 mit der US-Armee im Irak eingesetzt gewesen. Seine Familie gebe an, dass er danach wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in medizinischer Behandlung gewesen sei. Auch der Anwalt des mutmaßlichen Täters betonte, der Vorfall sei „eindeutig die Folge einer psychischen Störung“. Der 34-Jährige sei ein ehemaliger Soldat der US-Armee und werde psychologische Hilfe aufsuchen. (APA/AFP)