Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.05.2019


Osttirol

Kriminalitätsstatistik Osttirol: 2018 weniger Anzeigen, mehr Fälle gelöst

Die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres für Osttirol zeigt ein Minus bei Gewalt- und Eigentumsdelikten. Mehr Anzeigen gab es im Drogenbereich.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Es ist ein positives Bild, das die Kriminalstatistik von 2018 für den Bezirk Lienz zeichnet. Insgesamt gab es etwas über 1500 Anzeigen, das sind um zehn Prozent weniger als 2017. Knapp 63 Prozent der Fälle konnten geklärt werden. 2017 lag die Aufklärungsrate noch unter 60 Prozent. Besonders zufrieden ist die Exekutive mit der Langzeit-Statistik der letzten elf Jahre. Die Zahl der angezeigten Delikte ist kontinuierlich gesunken: von 2196 im Jahr 2008 auf 1504 im Jahr 2018.

Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger drückt es so aus: „Seitens der Polizei wurden mit der Optimierung der sicherheitsdienstlichen Versorgung richtungsweisende und zweifelsfrei richtige Entscheidungen getroffen, deren positive Auswirkungen nunmehr ganz deutlich sichtbar werden.“ Die Kürzung der Polizei­inspektionen auf drei (Lienz, Matrei, Sillian) habe den Verwaltungsaufwand reduziert und den Bediensteten mehr Zeit für die polizeiliche Arbeit gelassen.

Zurück zu den Details des abgelaufenen Jahres: Die Gewalttaten waren rückläufig. 382-mal (um 7,5 Prozent weniger als 2017) wurden „strafbare Handlungen gegen Leib und Leben“, wie es im Beamtenjargon heißt, angezeigt. Das können Kneipenschlägereien sein oder ein Autounfall, bei dem der Fahrer jemanden anderen schwer verletzt. Der weitaus größte Teil, nämlich 91,4 Prozent, konnte aufgeklärt werden.

Anzeigen wegen Diebstahl, Einbruch und anderer Eigentumsdelikte machen mit 759 die größte Gruppe in der Bilanz aus. Auch hier zeigt die Statistik einen Rückgang im Vergleich zu 2017, und zwar um 14,6 Prozent. Die Aufklärungsquote lag 2018 bei 41 Prozent, das ist um 5,3 Prozentpunkte höher als 2017.

Computerkriminalität, auch Cyber-Crime genannt, wurde 84-mal angezeigt, das entspricht einem Rückgang von 13,4 Prozent. Aufklärungsquote: 39,3 Prozent.

Die Jahresstatistik 2018 weist zwei Bereiche der Kriminalität auf, in denen es Steigerungen gab: Bei den „strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität“, wie zum Beispiel Vergewaltigung und Nötigung, gab es 24 angezeigte Fälle, um drei mehr als 2017. Aufklärungsquote: knapp 80 Prozent.

Auch im Drogenmilieu haben die Anzeigen zugenommen: Waren es 2013 noch 49, so waren es 2017 schon 89, und im vergangenen Jahr 106. Wolsegger führt aus: „Sichergestellt wurde vorwiegend Cannabis, Marihuana, Ecstas­y, ca. 250 Gramm Amphetamin­e sowie geringe Mengen an Kokain. Die sichergestellten Suchtmittel wurden dem Landesgericht zur weiteren Verwahrung übergeben.“