Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 15.05.2019


Bezirk Kufstein

Polizei Kufstein zeigt dem illegalen Glücksspiel die Rote Karte

Seit 2017 ist aufgrund des Kontrolldrucks der Polizei im Bezirk Kufstein die Zahl der illegalen Glücksspiellokale um zwei Drittel gesunken.

Immer wieder werden auch im Bezirk Kufstein bei Razzien Glücksspiellokale zugesperrt.

© photonews.at/Georges SchneiderImmer wieder werden auch im Bezirk Kufstein bei Razzien Glücksspiellokale zugesperrt.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Gewinner sind meist nur die Betreiber der illegalen Glücksspielautomaten. Jene, die sie mit Geld füttern, bleiben auf der Strecke. Davon können auch die Beamten an den Polizeiinspektionen im Bezirk ein Lied singen. Bis zu 7000 Euro pro Monat können mit einem Automaten verdient werden. Der Preis dafür: „Da gibt es Frauen, die mit ihren kleinen Kindern nicht wissen, wie sie den Monat überstehen, weil ihre Männer alles an den Glücksspielautomaten verspielt haben“, erzählt Astrid Mair, stellvertretende Bezirkspolizeikommandantin. Oft kommen dann auch die Anzeigen aus dem Familienumfeld der Spieler, das die Polizei auf die Lokale aufmerksam macht. Oder von den Verlierern selbst, wenn sich diese abgezockt fühlen. Oft genug sind nämlich die Glücksspiellokale von außen nicht erkennbar, der Zutritt nur nach Kamerakontrolle oder Klopfzeichen möglich.

„Beim illegalen Glücksspiel ist auch Begleitkriminalität ein großes Thema", so Astrid Mair
(Stv. Bezirkspolizei-Kdt.).
„Beim illegalen Glücksspiel ist auch Begleitkriminalität ein großes Thema", so Astrid Mair
(Stv. Bezirkspolizei-Kdt.).
- Otter

Für Astrid Mair, Bezirkskommandant Walter Meingassner und Walter Gaschnig, Kriminalreferent am Bezirkskommando, dient die Schließung dieser Lokale auch der Prävention. „Begleitkriminalität ist ein großes Thema“, sagt Mair. Das betrifft Suchtgift bis zum Diebstahl und zur Körperverletzung.

Wörgl und Kufstein sind die Hotspots dieser Lokale, auf die die Bezirkshauptmannschaft, Finanzbehörde und die Polizei gemeinsam Jagd machen. 2017 wurde mit dem Kontrolldruck begonnen. Damals gab es zehn Androhungen der Schließung, 2018 waren es elf Androhungen und drei Betriebsschließungen, heuer ist ebenfalls bereits ein Lokal geschlossen und zwei die Schließung angedroht worden. Darüber hinaus wurden seit 2017 an die hundert Kontrollen durchgeführt. Meistens reicht bereits die Drohung und die Betreiber schließen das Lokal von selbst, wie Thomas Föger von der BH Kufstein erklärt.

Der Kontrolldruck sei mittlerweile so stark geworden, dass viele von selbst zusperren und das Verschwinden der einschlägigen Lokale sogar im Straßenbild bemerkbar sei, so Mair.

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