Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.06.2019


Gerichtssplitter

Tödlicher Sekundenschlaf vor Tunnel: Anklage gegen Skiurlauber

Der 44-jährige Rumäne war mit seinem SUV (rechts) frontal in einen Zillertaler Pkw gekracht.

© zoom.tirolDer 44-jährige Rumäne war mit seinem SUV (rechts) frontal in einen Zillertaler Pkw gekracht.



Ein Todesopfer, zwei Schwerverletzte — so lautete am 1. Februar die Bilanz eines verheerenden Unfalls durch Sekundenschlaf. Ein 44-jähriger Rumäne war vor dem Nordportal des Strasser Brettfalltunnels auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal gegen den Pkw einer Zillertalerin geprallt. Im rumänischen SUV befanden sich neben dem Fahrer und der 38-jährigen Beifahrerin auch die beiden Kinder des Paares und eine 40-jährige Bekannte. Diese wurde so schwer verletzt, dass sie, trotz Reanimation vor Ort, im Schwazer Krankenhaus verstarb. Die Lenker beider Fahrzeuge wurden schwer, die Beifahrerin und ihre 13-jährige Tochter unbestimmten Grades verletzt. Unverletzt blieb der achtjährige Sohn. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben letztlich, dass der 44-Jährige wegen eines Sekundenschlafs auf die Gegenfahrbahn geraten war. Auch bezüglich der Getöteten kam etwas Ernüchterndes zu Tage: Die 40-Jährige war als einzige Beifahrerin nicht angegurtet. Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung wurde am Bezirksgericht Schwaz erhoben.

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Dass man mit Lohnzetteln behutsam umgehen sollte, zeigte gestern ein Prozess um gewerbsmäßig schweren Betrug und Verleumdung am Landesgericht. Angeklagt war ein im Unterland aufhältiger Serbe, der sich mangels Bonität andere Wege gesucht hatte, um zu Handys zu kommen. Unter Falschnamen und diversen Zustell­adressen wurde dann aber nur das Feinste von Apple und Samsung bestellt. Dabei machte der 26-Jährige auch nicht davor Halt, sich der Daten seiner Schwester zu bedienen. Erst später wurde bekannt, dass die Frau Analphabetin ist. Unerklärlich war den Ermittlern auch, wie der Serbe zu nahezu allen persönlichen Daten eines ihm völlig fremden Bürgers gekommen war: „Ich hab' dessen Lohnzettel am Bahnsteig gefunden. Da hab' ich dann von Kontonummer bis Geburtsdatum alle Daten raus!", erklärte der Angeklagte. Besonders dreist, gleich wie die Verleumdung der eigenen Schwester, für Staatsanwältin Renate Nötzold. Ein volles und reumütiges Geständnis drückte die Sanktion bei fünf Jahren Strafandrohung beträchtlich. So blieb es bei zur Hälfte bedingten 2400 Euro Geldstrafe. Das Telekom-Unternehmen hatte einen Schaden von 3600 Euro angemeldet.

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Freigesprochen wurde gestern ein Rumäne, der wegen der Weitergabe von Falschgeld angeklagt war. Bei der Abwicklung eines Autokaufs fanden sich bei über 200 eingewechselten Euro-Scheinen sieben Fälschungen. Verteidiger Marius Baumann argumentierte mit Erfolg, dass einem dies bei einer fremden Währung nicht auffallen müsse. (fell)

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