Letztes Update am Do, 06.06.2019 15:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niederösterreich

Baby nach Schütteln gestorben: Sechs Jahre Haft für Vater

Der heute 20-Jährige soll seinen vier Monate alten Sohn geschüttelt haben – der Säugling starb zwei Wochen später. Der Mann wurde wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang schuldig gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der 20-Jährige war bereits vorbestraft.

© APADer 20-Jährige war bereits vorbestraft.



Wiener Neustadt – Ein 20-Jähriger ist am Donnerstag wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der junge Mann soll seinen knapp vier Monate alten Sohn Ende Oktober 2018 in Neunkirchen geschüttelt haben, der Säugling starb rund zwei Wochen später im Spital an den Folgen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung gaben keine Erklärung ab, damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Sämtliche vom Angeklagten geschilderten Varianten konnten vom Schöffensenat ausgeschlossen werden, sagte der Richter. Es bleibe das Schütteln als Ursache für die Blessuren, die zum Tod des Babys geführt haben. Der Beschuldigte wisse, dass Schütteln Verletzungen verursacht, und habe es trotzdem getan.

Erschwerend waren bei der Strafbemessung die einschlägigen Vorstrafen, der rasche Rückfall, die Begehung während offener Probezeiten und die Tat zum Nachteil eines wehr- und hilflosen, schutzbedürftigen Minderjährigen. Mildernd wirkte sich der Tod einer nahestehenden Person aus. Zudem muss der Angeklagte der Kindsmutter 2.000 Euro zahlen, mit dem Rest der Ansprüche wurde die Privatbeteiligte auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Vom Widerruf der offenen Probezeiten wurde abgesehen. (APA)