Letztes Update am Mo, 10.06.2019 12:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steiermark

Vor Disco auf Menschen zugefahren: Steirer noch in Gewahrsam

Am Sonntag soll ein Steirer mehrmals mit dem Auto auf eine Gruppe von Menschen zugefahren sein. Dazu habe er gesagt, dass „alle Ausländer sterben“ sollen. Der Verdächtige ist noch in Gewahrsam, es müssen Dutzende Menschen befragt werden.

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Niklasdorf – Einen Tag, nachdem ein Mann mit einem Auto vor einer Disco auf eine Personengruppe zugefahren ist, ist ein 22-jähriger Steirer am Montag noch immer in Polizeigewahrsam gewesen. Wie die Polizei auf APA-Anfrage mitteilte, werde noch für Montag eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft erwartet, ob ein Untersuchungshaft-Antrag für den Mann gestellt wird. Darüber muss dann ein Richter entscheiden.

Zu dem Vorfall war es in der Nacht auf Sonntag in Niklasdorf (Bezirk Leoben) gekommen. Nach einem Streit in einer Disco war der 22-Jährige vor dem Lokal auf seine Kontrahenten getroffen. Zeugen zufolge soll er gedroht haben, sie zu überfahren, außerdem habe er auch noch gesagt, dass „alle Ausländer sterben“ sollen. Daraufhin setzte er sich in das Auto seiner 20-Jährigen Freundin und fuhr „mit erheblicher Geschwindigkeit“, wie es von der Polizei hieß, auf die Leute vor dem Lokal zu, die zur Seite sprangen. Daraufhin legte er den Retourgang ein und fuhr noch mehrmals auf die Gruppe zu. Der 22-Jährige fuhr anschließend nach Hause, wo er von der Polizei festgenommen wurde. Er hatte 0,7 Promille und besitzt auch keinen Führerschein.

Der 22-Jährige hat mehrere Vorstrafen: Mehrmals wurde er schon erwischt, als er ohne Führerschein ein Auto lenkte, außerdem stehen Anzeigen wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Nötigung ebenso zu Buche wie Eigentumsdelikte.

Im aktuellen Fall wird wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt, hieß es am Sonntag von der Polizei. Auch am Montag war die Polizei noch mit Einvernahmen beschäftigt. Die Schwierigkeit bei den Ermittlungen lag nämlich darin, dass vorerst nämlich nicht alle an dem Vorfall Beteiligten namentlich bekannt waren. Ersten Angaben der Polizei zufolge handelte es sich dabei um 20 bis 30 Personen, die einvernommen werden müssen.

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Der 22-Jährige war bei seiner Festnahme nicht geständig. Er beschuldigte einen Freund, das Auto gelenkt zu haben. (APA)