Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 27.06.2019


Gerichtssplitter

Sexuelle Belästigung in Klasse: Tiroler Gymnasialprofessor verurteilt

Symbolbild.

© Böhm/TTSymbolbild.



Die Causa rund um sexuelle Belästigung an einem Tiroler Gymnasium durch einen Professor war im Herbst — mitten in der entflammten MeToo-Debatte — zum öffentlichen Thema geworden. Ein Schöffensenat hatte darauf im November am Landesgericht die diffizile Aufgabe, Erlebtes, Gesagtes und Gerüchte auseinanderzuhalten. Angaben von Gymnasiastinnen waren ebenso ernstzunehmen, wie auch der über 38 Jahre ohne jeglichen Tadel lehrende Professor vor unter Schülern allenfalls aufgeschaukelten Darstellungen zu schützen war. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung musste sich der mittlerweile pensionierte Professor aber gefallen lassen. Geschehen im Sprachunterricht, wo sich die Hand des Lehrers sichtbar für die Klasse am Gesäß einer 15-jährigen Schülerin befand. Diese bekam 500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, ihr Professor war zu einer zur Hälfte bedingten 8000-Euro-Geldstrafe verurteilt worden. Nach Berufung bestätigte der Oberste Gerichtshof das Urteil. Gestern am Oberlandesgericht wurde darauf die Strafe festgesetzt. Noch im Verhandlungssaal zückte Verteidiger Albert Heiss einen 500-Euro-Schein, um das Schmerzensgeld sofort zu begleichen. Dies wurde als mildernd angesehen und die zur Hälfte bedingte Strafe auf 7200 Euro gesenkt. Eine weitergehende Reduktion schloss der OLG-Senat aus generalpräventiven Gründen aus. Der Professor betonte nochmals, dass er sich an den Vorfall nicht einmal erinnern könne.

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Teuer zu stehen kamen gestern einem Ukrai­ner seine Vorstrafen und sein schneller Rückfall. Erst im Jänner aus der Haft entlassen, stahl er im Mai in einem Drogeriemarkt wieder Rasierklingen für 114 Euro. Räuberischer Diebstahl wurde zwar nicht angenommen, acht Monate Haft ergingen dennoch. (fell)