Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.07.2019


Gerichtssplitter

Tiroler Rentner abgezockt: Vier Jahre Haft für Millionenbetrügerin

Über sechs Jahre führte eine 32-Jährige einen Rentner hinters Licht: Schaden: 2,2 Millionen Euro.

Eine 32-Jährige „lieh“ sich 
bündelweise Geld.

© dpaEine 32-Jährige „lieh“ sich 
bündelweise Geld.



Ab dem Jahr 2012 war die Bekanntschaft zwischen einem über 80-jährigen Tiroler und einer 32-jährigen Kosovarin zur sexuellen Beziehung geworden. Diese sollte den rüstigen Rentner letztlich immens teuer kommen. Bald schon hatte die 32-Jährige nämlich bemerkt, dass sie hier einen dicken Fisch an Land gezogen hatte. Dies kam der zweifachen Mutter und Mindestsicherungsbezieherin gerade recht. Bald schon hatte die Frau den Gönner aufgefordert, ihr doch Bares zu leihen. Immer und immer wieder präsentierte die Frau dann Geschichten, wofür sie das Geld aktuell brauche. Das ging von der Finanzierung eines Reisepasses über die Zahnregulierung bis zur akuten Erkrankung der Mutter im Kosovo. Der 80-Jährige zahlte und ließ sich für jedes Darlehen Schuldscheine unterschreiben, über die er fein säuberlich Buch geführt hatte. Dass das ganze Geld irgendwann zurückkommt, stand für den ihn außer Zweifel. Schließlich hatte die 32-Jährige ja versichert, dass ihre Mutter im Kosovo ein großes Haus geerbt und selbst Millionen auf dem Konto hätte. Wahrscheinlich genau jene, welche die 32-Jährige in unzähligen Überweisungen dorthin angewiesen hatte. Bis Mitte 2018 fehlten dem Tiroler so 2,2 Millionen Euro. Am Landesgericht machte die wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges Angeklagte Spielsucht geltend — alles Geld sei weg. Staatsanwalt Thomas Willam wollte darauf die Strafe nicht zu gering bemessen, schon wenn man bedenken würde, wie lange ein Normalbürger für so einen Betrag arbeiten müsse. Vier Jahre Haft ergingen darauf nicht rechtskräftig.

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Ein Drogengroßabnehmer stand nun als weiteres „Opfer" der Lebensbeichte eines aufgeflogenen Großdealers — die TT berichtete — am Landesgericht. Für zwei Kilo Cannabis und Amphetamin ergingen aufgrund eigener Sucht „nur" 12 Monate Haft (vier unbedingt). Dazu muss der 31-Jährige aber auch noch 17.000 Euro einstige Drogengewinne an die Republik zurückzahlen. (fell)