Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.07.2019


Bezirk Schwaz

Anonyme Anzeige gegen Schifffahrt am Achensee eingegangen

Laufende Dieselmotoren der Achenseeschiffe an Anlegestellen regen Naturliebhaber auf.

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© Fankhauser



Von Angela Dähling

Pertisau – Eine „offizielle Anzeige“ von einer anonymen Gruppe Tiroler Achensee- und Naturliebhaber ging diese Woche in der Schwazer Bezirkshauptmannschaft ein. Eine Kopie davon wurde auch an die Tiroler Tageszeitung geschickt. Die Anzeige wird demnach wegen Laufenlassens der Schiffsmotoren an den Anlegestellen und speziell vor der Abfahrt am Morgen erstattet.

Fast eine Stunde würden die Schiffsmotoren vor der Abfahrt laufen. An den Anlegestellen der Linienschiffe seien es zwischen 10 und 30 Minuten, so die Behauptung. „Hier besteht keine Notwendigkeit, Dieselmotoren an einem See laufen zu lassen, an welchem jede Motorboot-Genehmigung mit Verbrennungsmotoren untersagt ist“, heißt es in dem anonymen Schreiben.

Georg Tollinger, der seit April technischer Geschäftsführer der Achenseeschifffahrt ist, erklärt, dass die Linienschiffe nie länger als zehn Minuten an den Anlegestellen halten würden. „Wir verdienen mit dem Schifffahren, nicht mit dem Stehen“, sagt er. „Und wir verkaufen ein Naturerlebnis. Da werden wir uns nicht selbst schaden.“ Tollinger verweist darauf, dass die Motoren auf dem neuesten Stand der Technik sind und mit hochwertigem Diesel betrieben werden. „Die Schiffe sind mit zwei kleinen Hilfsmotoren und zwei großen Antriebsmotoren ausgestattet. In der Früh laufen die Hilfsmotoren, damit Kassa, Küche etc. mit Strom versorgt werden, die großen Motoren laufen nur während der Fahrt“, erklärt er. „Aber jede Kritik ist berechtigt, um zu schauen, ob wir was optimieren können. Und das werden wir“, sagt Tollinger.

BHStv. Wolfgang Löderle bestätigt den Erhalt der Anzeige. Er sei mitunter verblüfft, was den Leuten alles auffalle. Ein Ermittlungsverfahren werde – wie bei jeder Anzeige – eingeleitet. „Nach dem Schifffahrtsgesetz liegt kein Straftatbestand vor“, sagt er. Ob gegen andere Verordnungen verstoßen werde, werde man prüfen und die Achenseeschifffahrt um eine Stellungnahme bitten. Sein Kollege Markus Gasser, Leiter der Umweltabteilung in der Bezirkshauptmannschaft, ergänzt, seine Abteilung werde den Fall nach §2 des Luftreinehaltegesetzes prüfen und die Achenseeschifffahrt auffordern, ihre Betriebsweise zu schildern.