Letztes Update am Di, 23.07.2019 08:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bayern

Frauen zu Hause begrapscht: Polizist muss nach Übergriffen ins Gefängnis

Gleich zwei Polizeibeamte werden wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt: In Ansbach muss ein Polizist ins Gefängnis, weil er Frauen in ihren Wohnungen an die Brust greift. Ein anderer Beamter wird im niedersächsischen Neustadt wegen des Missbrauchs einer 14-Jährigen verurteilt.

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Ansbach – Das Landgericht im fränkischen Ansbach hat einen Polizeibeamten wegen sexueller Übergriffe im Dienst zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 57-Jährige zwei Frauen in ihren Wohnungen besuchte und sie dann unsittlich berührte. Der suspendierte Beamte verliert damit seinen Job und auch seine Pensionsansprüche. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bestritten, sein Verteidiger auf Freispruch plädiert.

Einer heute 76-Jährigen griff der Mann nach Überzeugung der Richter an die Brust und nutzte dabei seine Position als Polizist aus. Weil er außerdem seine geladene Dienstwaffe mitführte, wurde er in diesem Fall wegen eines schweren sexuellen Übergriffs verurteilt. Im zweiten Fall verurteilte das Gericht den Beamten wegen sexueller Belästigung: Einer heute 50-jährigen Frau hatte der Polizist nach Überzeugung der Richter unvermittelt an die Brust gegriffen und verlangt, sie solle sich ausziehen.

Der Vorsitzende Richter Claus Körner sagte, das Strafmaß sei ausreichend, um die Tat zu sühnen. Der Mann habe der Polizei durch sein Verhalten großen Schaden zugefügt. In der Verhandlung hatte der Angeklagte zu dem schwereren Fall eine Version des Geschehens geschildert, die der Aussage des Opfers komplett widersprach. Der Staatsanwalt forderte für den Polizisten eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten – es sei nur schwer vorstellbar, dass sich die über 70-Jährige einem Polizisten angeboten habe.

Mädchen mit Nachrichten bombardiert

Ein weiterer Kripo-Beamter wurde der Bild-Zeitung zufolge wegen eines anderen Missbrauchsfalls bereits verurteilt. Das Amtsgericht Neustadt verurteilte den 43-Jährigen demnach zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung von jeweils 1500 Euro an das Opfer und die Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er ein 14-jähriges Mädchen, das er als Trainer einer Fußballmannschaft trainierte, missbrauchte.

Zudem bombardierte er sie dem Bericht zufolge mit Handy-Nachrichten. 40 Seiten mit Handy-Chats wurden gesichert. Laut NDR wurde der 43-Jährige nach der Verurteilung mit sofortiger Wirkung vom Dienst enthoben. Die Dienstpistole war dem Mann laut Bild-Zeitung bereits zuvor abgenommen worden. (dpa)