Letztes Update am Sa, 27.07.2019 12:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien

US-Bürger gestand Mord an römischem Polizisten

Mit acht Messerstichen tötete der junge Mann den 35-jährigen Carabiniere, wie er nun gestand. Die Bestürzung in Italien ist groß.

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Rom – Ein junger US-Bürger, der am Freitag wegen des Mordes an einem Polizisten in Rom festgenommen worden war, hat in der Nacht auf Samstag die Tat gestanden. Mit acht Messerstichen in der Brustgegend hatte er den 35-jährigen Carabiniere Mario Cerciello Rega im römischen Nobelviertel Prati unweit des Vatikans erstochen.

Aspirin statt Kokain verkauft

Der US-Bürger hatte mit einem Freund von einem Drogendealer Kokain gekauft. Die beiden 20-jährigen Nordamerikaner, die sich angeblich als Touristen in der italienischen Hauptstadt aufhielten, hatten jedoch kurz daraufhin festgestellt, dass ihnen der Dealer Aspirin angedreht hatte. Wütend suchten die beiden Amerikaner den Drogenhändler auf und stahlen ihm seine Tasche, in dem sich Suchtgift und ein Smartphone befanden.

Der Dealer rief danach sein eigenes Smartphone an, kontaktierte damit die Nordamerikaner und verhandelte, um seine Tasche zurückzubekommen. Zugleich alarmierte er die Carabinieri und berichtete, er sei bestohlen worden. Mit den Amerikanern einigte er sich auf ein Treffen zur Rückgabe der Tasche, zu dem er mit den Carabinieri erschien.

Treffen endete tödlich

Als die Amerikaner aufgefordert wurden, sich auszuweisen, ging einer von ihnen auf einen der beiden Polizisten los und versetzte ihm acht Messerstiche. Die Attacke endete für den Beamten tödlich. Der zweite Polizist wurde leicht verletzt. Die Sicherheitskräfte starteten daraufhin die Suche nach dem Täter, was zur Festnahme der beiden US-Bürger führte.

Der Tod des Carabiniere löste Bestürzung in Italien aus. Staatspräsident Sergio Mattarella und Premier Giuseppe Conte drückten den Familienangehörigen des Opfers ihr Beileid aus. Der Polizist hatte erst vor 43 Tagen geheiratet. Die Trauerzeremonie ist am Montag in seiner Heimatstadt Somma Vesuviana bei Neapel geplant. (APA)