Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 17.08.2019


Gerichtssplitter

Jubilar war auf Tankstelle ausgerastet

Aus der Tankstelle ging es direkt ins Polizeiauto.

© Reinhard FellnerAus der Tankstelle ging es direkt ins Polizeiauto.



Seinen 36. Geburtstag feiern wollte im Mai ein Innsbrucker. Vier große Bier waren schon geflossen, drei weitere Dosen hatte er in einer Tankstelle gerade bezahlt. Als das kostbare Gut weggebracht werden sollte, machte der Illuminierte zwei Schritte nach hinten und stand schon auf den Zehen eines gut gebauten Hausmeisters. Der war gerade mit der vierköpfigen Partie zum Mittagskaffee eingetrudelt. Statt einer Entschuldigung bekam er jedoch schnell Todesdrohungen zu hören: „Ja, an die 20 Mal wird er schon gesagt haben, dass er ihn umbringt", bestätigte dazu der Tankwart am Landesgericht als Zeuge. Die Drohungen untermauerte der Jubilar mit wuchtigen Schlägen in Richtung der Hausmeister, die den Aggressor mit Muskelkraft allerdings schnell zu Boden rangen. Ein Hausmeister zum Angeklagten: „Sein ­tuast eh ein armer Teufel. Wenn so weitermachst, kommst aus dem Häfn eh nimmer aussi!"

Tatsächlich war der 36-Jährige aufgrund einer anderen Schlägerei direkt aus der Strafhaft zum Prozess wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung geführt worden. Staatsanwalt Michael Gschwandtner: „Nach sechs Vorstrafen war neun Jahre Ruhe. Jetzt, in der Arbeitslosigkeit, werden Sie zum aggressiven Trinker!" Auch Strafrichterin Helga Moser bedauerte das Dilemma. Zehn Monate Gefängnis folgten trotzdem. Aufgrund der Vorstrafen kam zu vier Monaten Haft der Widerruf von einst bedingten sechs Monaten.

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Etwas zu ungeduldig war im April der Lenker eines flotten Kompaktwagens. Da ein Abschleppwagen vor ihm nur mit gut 100 km h auf der Autobahn gefahren war, überholte er rechts und bremste den Abschlepper darauf auf 50 km/h herunter. Als der Lkw-Fahrer den Rowdy auf einem Parkplatz darauf zur Rede stellen wollte, griff dieser ihm in die Führerkabine und riss den Rückspiegel heraus. Nötigung und Sachbeschädigung für das Gericht. Zur Hälfte bedingte 720 Euro Geldstrafe ergingen. (fell)

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