Letztes Update am Di, 27.08.2019 05:59

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bezirk Kufstein

Tödliche Messerattacke in Wörgl: Mutmaßlicher Täter festgenommen

Die Hintergründe für den gewaltsamen Tod eines Afghanen sind geklärt: Offenbar war ein Raub bei einem Drogendeal geplant. Dabei verlor der Mann sein Leben.

Die Polizei beim Absichern des Tatortes in der Innsbrucker Straße in Wörgl. Beim Raub kam ein Afghane ums Leben.

© APA/ZOOM.TIROLDie Polizei beim Absichern des Tatortes in der Innsbrucker Straße in Wörgl. Beim Raub kam ein Afghane ums Leben.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck, Wörgl – Motiv und Hintergrund geklärt, ein Tschetschene in U-Haft: Nach dem gewaltsamen Tod eines Afghanen in Wörgl ist der aufsehenerregende Fall weitgehend gelöst. Offenbar starb der 20-Jährige am Mittwoch kurz vor Mitternacht bei einem Drogengeschäft. Ein Deal, bei dem die vermeintlichen Geschäftspartner gar nicht die Absicht hatten, eine Leistung zu bringen. Vielmehr nahmen sie mit einem Messer dem im Raum Wörgl wohnhaften Mann das Leben. Nach einem 19-jährigen Innsbrucker konnten die Polizeibeamten mittlerweile einen weiteren Verdächtigen festnehmen. Einen 20-jährigen Tschetschenen, der sich bereits „in Untersuchungshaft befindet“, bestätigt Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft: „Es besteht der Verdacht des Raubes mit Todesfolge.“ Der bereits am Donnerstag verhaftete Einheimische ist hingegen wieder auf freiem Fuß.

Wie bereits mehrfach berichtet, wurden am Mittwoch gegen 23.50 Uhr drei Afghanen vor einem Wörgler Fastfood-Restaurant von zehn zunächst unbekannten Männern attackiert. Ein 20-Jähriger erlitt dabei eine tiefe Stichwunde im Brustbereich. Noch in der Nacht zum Donnerstag verblutete das Opfer im Kufsteiner Krankenhaus. Die Hintergründe für die Gewalttat waren zunächst unklar. Bereits am Freitag meldete das Landeskriminalamt erste Ermittlungserfolge. Etwa die Festnahme eines 19-jährigen Innsbruckers und die Identifizierung von zwei weiteren Verdächtigen. Der Einheimische war offenbar nur eine Randfigur, die eines der beiden Fahrzeuge gelenkt hat, mit denen die Angreifer geflüchtet sind. Der 19-Jährige „wurde bereits wieder enthaftet“, so der Staatsanwalt. Nicht zuletzt auch, weil sich der Innsbrucker selbst gestellt hat und bei der Einvernahme kooperativ war.

Am Wochenende klickten für einen weiteren Verdächtigen die Handschellen. Dabei handelt es sich um einen bereits am Donnerstag identifizierten Tschetschenen. Der in Tirol wohnhafte 20-Jährige konnte dem Vernehmen nach in einem Innsbrucker Lokal ausgeforscht und festgenommen werden.

Inzwischen ist auch klar, warum die beiden überlebenden Afghanen mit widersprüchlichen Zeugenaussagen wenig bis gar nichts zum Ermittlungserfolg beitrugen. Offenbar sollte der eigentliche Grund für das Treffen in Wörgl – ein geplantes Drogengeschäft – vertuscht werden. Allerdings lief der Deal aus dem Ruder – Geld bzw. Drogen sollten gar nicht den Besitzer wechseln, vielmehr sollen die Tschetschenen geplant haben, ihre „Geschäftspartner“ zu berauben. Und das führte zum Tod des Afghanen.

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Acht Tatbeteiligte sind derzeit noch auf der Flucht. „Die Ermittlungen zur Ausforschung der Verdächtigen sind im Gang“, sagt dazu der Staatsanwalt.




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