Letztes Update am Mi, 28.08.2019 14:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Norwegen

Millionärsgattin seit über 300 Tagen verschwunden: Neue Spur in Norwegen

Die Ehefrau eines norwegischen Millionärs war am 31. Oktober 2018 aus ihrem Familienhaus bei Oslo verschwunden. Seitdem hat die Familie kein Lebenszeichen von der 69 Jahre alten Frau erhalten.

Aus dem Anwesen der Familie verschwand die Millionärsgattin. Seit einem halben Jahr gibt es kein Lebenszeichen von ihr.

© AFP/Vidar RuudAus dem Anwesen der Familie verschwand die Millionärsgattin. Seit einem halben Jahr gibt es kein Lebenszeichen von ihr.



Oslo – Im Fall der seit mehr als 300 Tagen verschwundenen Millionärsfrau Anne-Elisabeth Hagen geht die Polizei in Norwegen einer neuen Spur nach. Die Ermittler veröffentlichten am Mittwoch das Bild eines Schuhsohlenabdrucks. Man gehe davon aus, dass der im Familienhaus der Hagens entdeckte Abdruck eines Freizeitschuhs in Größe 45 einem der Täter gehöre, sagte Ermittlungsleiter Tommy Brøske am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Lillestrøm bei Oslo. Er listete konkret auf, wie häufig und in welchen norwegischen Städten das Schuhmodell verkauft wurde.

Die Polizei befürchtet laut Brøske weiter, dass Hagen wahrscheinlich nicht mehr am Leben ist. „Die Haupthypothese der Polizei ändert sich nicht“, sagte Brøske. Seit dem 8. Juli habe es keinen Kontakt mehr mit den mutmaßlichen Tätern gegeben.

Anne-Elisabeth Falkevik Hagen ist seit 31. Oktober 2018 verschwunden.
Anne-Elisabeth Falkevik Hagen ist seit 31. Oktober 2018 verschwunden.
- AFP/Polizei Norwegen

Hagen war am 31. Oktober 2018 aus ihrem Familienhaus in Lørenskog bei Oslo verschwunden. Seitdem hat die Familie kein Lebenszeichen von der 69 Jahre alten Frau erhalten. Sie ist die Ehefrau des Investors Tom Hagen, der zu den 200 reichsten Menschen Norwegens zählt. Dennoch gibt die Familie die Hoffnung nicht auf, dass die Frau entgegen der Vermutungen der Polizei noch lebt. Familienanwalt Svein Holden hatte Anfang August mitgeteilt, man habe kürzlich erneut mit den mutmaßlichen Entführern kommuniziert.

Die Polizei war Anfang 2019 mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen. Ihren Angaben zufolge wurde in dem Haus ein Schreiben mit einer Lösegeldforderung gefunden. Ende Juni änderten die Ermittler jedoch ihre Haupthypothese und erklärten, man gehe nun der Theorie nach, dass Hagen nicht wie bislang angenommen entführt, sondern vermutlich getötet und die Entführung nur vorgetäuscht worden sei. (dpa)