Letztes Update am Mi, 18.09.2019 18:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rente kassiert

In selbstgebautem Sarg: Berliner versteckte tote Mutter in Keller

In einem Keller in Berlin macht die Polizei einen grausigen Fund: In einem selbstgebauten Sarg finden die Ermittler die Leiche einer 85-jährigen Frau. Offenbar versteckt ihr Sohn die Leiche seiner Mutter, um weiterhin ihre Rente zu beziehen – das sei aber ihr Wunsch gewesen, versichert er.

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Berlin – Ein Berliner soll seine tote Mutter mehr als zwei Jahre in einem Keller versteckt haben. Gegen den 57-Jährigen wird nun wegen mutmaßlichen Leistungsbetrugs ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Vermutet wird, dass der 57-Jährige die Rente seiner Mutter kassierte.

Die Frau sei nach bisherigen Erkenntnissen im Frühjahr 2017 eines natürlichen Todes gestorben, so die Polizei. Der Sohn habe sie aber nicht bestatten lassen, sondern in einem selbstgebauten Sarg in einen Kellerverschlag des Mietshauses in Pankow geschafft. Dies sei, „so makaber das klingen mag“, lediglich eine Ordnungswidrigkeit, sagte die Sprecherin. In Deutschland müssen Tote bestattet werden.

Im Interview mit der Bild-Zeitung sagte der Mann, er habe damit lediglich „den letzten Wunsch“ seiner Mutter erfüllt. Die 85-Jährige habe gewollt, dass ihr Sohn ihre Rente weiter beziehe, um seinen Lebensstandard zu halten und die Miete für die gemeinsame Zwei-Zimmer-Wohnung im Berliner Bezirk Pankow weiter bezahlen zu können.

In einem anderen Berliner Fall hatte ein Trödelhändler ebenfalls eine Leiche versteckt, um die Rente zu kassieren. Der Trödelhändler war im April 2018 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er laut Urteil einen Rentner erschossen und zerstückelt jahrelang in einer Tiefkühltruhe verborgen hatte, um die Rente des alten Mannes von monatlich 2000 Euro zu kassieren. (dpa)

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