Letztes Update am Do, 26.09.2019 07:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Kutscher wegen Tierquälerei in Innsbruck vor Gericht

Zwei völlig erschöpfte Zugpferde sollen laut Anklage vergangenes Jahr eine Kutsche gezogen haben. Eines der Tiere brach zusammen und musste getötet werden.

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© Thomas BöhmSymbolfoto.



Innsbruck, Axams – Eine voll besetzte Kutsche, vor Erschöpfung schwankende Tiere, Peitschenhiebe des Kutschers, ein totes Pferd: Im Juni 2018 sorgten Videofilme über einen Axamer Fiakerbetrieb international für Aufregung. Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft hat gegen den Kutschereibetreiber und einen seiner Kutscher Strafantrag beim Landesgericht wegen Tierquälerei eingebracht.

Beiden wird vorgeworfen, Pferde roh misshandelt und diesen unnötige Qualen zugefügt zu haben. „Zwei schon erschöpfte Zugpferde ließen sie bei hoher Temperatur eine mit 15 Personen besetzte Kutsche über eine Steigung hochziehen. Infolge Überanstrengung brach ein Pferd zusammen und musste notgetötet werden“, so Staatsanwalt Thomas Willam auf Anfrage der TT.

Dem Unternehmer wird zudem vorgeworfen, Tage vor dem Vorfall zwei Pferden ohne Grund heftige Schläge mit der Peitsche versetzt zu haben und dazu bereits vor Jahren Zugpferde weiter angetrieben zu haben, obwohl diese bereits aus dem Maul bluteten. Die Vorwürfe ergeben sich aus Zeugenaussagen. Am Donnerstag drohen im Prozess bis zu zwei Jahre Haft – es gilt die Unschuldsvermutung. (fell)