Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 08.10.2019


Osttirol

Streit zwischen Matrei und TVB geht weiter

Symbolbild.

© thomas boehmSymbolbild.



Auch die dritte Gerichtsverhandlung in Innsbruck brachte kein Urteil in der Causa „Beschneiungswasser für das Matreier Goldried Skigebiet". Grund für das Verfahren war eine Klage der Gemeinde Matrei, deren Bürgermeister Andreas Köll ist. Matrei klagt den Tourismusverband Osttirol (TVBO) mit Obmann Franz Theurl auf die Bezahlung von Beschneiungswasser für den Winterbetrieb im Goldried. Dabei beruft sich die Gemeinde auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2001 und vertritt die Ansicht, dass der TVB sich darin verpflichtet hätte, ab 2016 jährlich ein Drittel der Wasserkosten zu übernehmen. Matrei verlangt somit vom Verband rückwirkend die Kosten für die Zeit von 2016 bis 2018. Dabei geht es um mehr als 100.000 Euro.

Der TVB weist das alles zurück. Es gebe keine Verpflichtung, Kosten zu übernehmen, sagt Franz Theurl. Die erwähnte Vereinbarung von 2001 besagt nämlich Folgendes: Die ersten 15 Jahre, also von 2001 bis 2015, liefert die Gemeinde Matrei gratis das Beschneiungswasser für das Goldried. „Nach Ablauf dieses Zeitraums ist eine neue Regelung zu treffen [...]", heißt es wörtlich in der Vereinbarung. Das sei aber nie geschehen, darauf pocht der TVB.

Das Goldried gehört übrigens nicht der Gemeinde Matrei, sondern der Unternehmergruppe von Heinz Schultz. Dennoch ist es die Gemeinde, die Klage führt, Köll trat als Zeuge auf.

Abgesehen von der Rolle als Zeuge ist Köll in vielerlei Hinsicht in der Causa präsent. Er ist Bürgermeister jener Gemeinde, die Klage führt. Er ist Geschäftsführer der Matreier Goldried Bergbahnen. Weiters ist er als Privatperson mit 25 Prozent an der Matreier Freizeitanlagen GmbH beteiligt, die ihrerseits Anteile an den Goldried Bergbahnen hält. Und nicht zuletzt ist er stellvertretender Vorsitzender des TVB-Aufsichtsrates — das ist eben jener Verband, den Kölls Gemeinde geklagt hat.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Ein Termin für die nächste Verhandlungsrunde steht noch nicht fest. (co)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

SymbolfotoUrteil
Urteil

Verwahrlostes Kleinkind im Kofferraum: Fünf Jahre Haft für Mutter

Ein Französin versteckte ihre Tochter fast zwei Jahre in ihrem Auto. Das Kind trug bleibende Folgeschäden davon, darunter Autismus.

(Symbolfoto)Justiz und Kriminalität
Justiz und Kriminalität

Ermittler nahmen weltweit 337 Nutzer von Kinderpornos im Darknet fest

Ermittler haben rund acht Terabyte Daten sichergestellt, darunter rund 250.000 kinderpornografische Videos. Es gab 337 Festnahmen.

Die Ermittlungen rund um den Bauernhof, wo sechs Menschen offenbar völlig isoliert gelebt haben, dauern weiter an.Niederlande
Niederlande

Familie festgehalten: Österreicher der Freiheitsberaubung verdächtigt

Ein Österreicher sperrt fünf junge Menschen und deren bettlägerigen Vater jahrelang in den Niederlanden in einem kleinen Raum ein. Der Fall gibt Ermittlern R ...

Symbolfoto.Gesundheitspolitik
Gesundheitspolitik

Rauchverbot: Gastronomen blitzen beim Verfassungsgerichtshof ab

Die Regelung greife nicht unverhältnismäßig in die rechtlich geschützten Interessen der Wirte ein, argumentiert der Verfassungsgerichtshof.

Im oberösterreichisch-tschechischen Grenzgebiet ist es Montagnachmittag zu einem Mord und einem versuchten Mord gekommen.Oberösterreich
Oberösterreich

Messerattacken in Wullowitz: Täter einvernommen, Land nimmt Bund in die Pflicht

Nach der Einvernahme des 33-jährigen Täters scheint klar, dass der Tat ein Streit um die Arbeitssituation des Mannes den Attacken vorausging. Das Land Oberös ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »