Letztes Update am Mo, 14.10.2019 22:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oberösterreich

Mord und versuchter Mord in Oberösterreich: Verdächtiger gefasst

In einem Asylwerberheim in Oberösterreich verletzte ein 33-Jähriger einen Betreuer lebensgefährlich. Der Täter flüchtete anschließend. Dabei tötete er einen 63-Jährigen.

Im oberösterreichisch-tschechischen Grenzgebiet ist es Montagnachmittag zu einem Mord und einem versuchten Mord gekommen.

© APAIm oberösterreichisch-tschechischen Grenzgebiet ist es Montagnachmittag zu einem Mord und einem versuchten Mord gekommen.



Leopoldschlag – Im oberösterreichisch-tschechischen Grenzgebiet ist es Montagnachmittag laut Polizei zu einem Mord und einem versuchten Mord gekommen. Ein 33-jähriger Afghane soll in einer Asylwerberunterkunft in Wullowitz im oberösterreichischen Bezirk Freistadt einen Betreuer mit einem Messer lebensgefährlich verletzt und auf der Flucht einen Autobesitzer erstochen haben. Am späten Montagabend wurde er im Großraum Linz geschnappt.

Der Verdächtige ist in Polizeigewahrsam genommen worden und soll laut Polizeisprecher David Furtner voraussichtlich erst am Dienstag einvernommen werden. Details zur Festnahme gab er noch nicht bekannt, man sei jetzt erst einmal froh, den Verdächtigen geschnappt zu haben, so dass die „Bevölkerung beruhigt schlafen gehen“ könne.

Mann lebte mit Frau und Kindern in Privatwohnung

Über das Motiv der Attacke in der Flüchtlingsunterkunft in Wullowitz konnte Furtner daher auch noch nichts sagen. Der Mann dürfte jedenfalls nicht dort, sondern in einer privaten Wohnung mit seiner Lebensgefährtin und den zwei gemeinsamen Kindern gelebt haben. Warum er sich dennoch am Montag in der Unterkunft aufhielt und den 32-jährigen Betreuer mit einem Messer lebensgefährlich verletzte, war vorerst unklar.

Nur rund 300 Meter Luftlinie vom ersten Tatort entfernt, soll der mit einem Fahrrad Geflüchtete dann in der Garage eines Bauernhofes einen Landwirt in der Nähe von dessen Auto erstochen haben und dann mit dem Fahrzeug davon gefahren sein. Über die Tatwaffe war nur bekannt, dass sie nicht ident mit jener war, die im Asylwerberheim verwendet wurde. Beide wurden bisher noch nicht sichergestellt.

Mit dem gestohlenen Pkw setzte der Verdächtige dann die Flucht fort. Die Alarmfahndung hatte aber gegen 21.30 Uhr Erfolg. Der 33-Jährige wurde von der Polizei gefasst und festgenommen. In der Zwischenzeit war bekannt geworden, dass der Mann zumindest schon einmal negativ aufgefallen war. Wie der Bürgermeister von Leopoldschlag Hubert Koller (ÖVP) – zu jener Gemeinde gehört die Ortschaft Wullowitz – berichtete, hatte der Afghane heuer im Juli im Zuge einer Führerscheinprüfung offenbar überreagiert: er legte dabei auf dem Übungsplatz eine wilde Rennfahrt hin, offenbar um sein Können zu beweisen. Ansonsten sei der Mann, der gelegentlich für die Gemeinde beim Bauhof gearbeitet habe, jedoch nicht aufgefallen.

FPÖ-Landesparteiobmann LHStv. Manfred Haimbuchner forderte nach dem Vorfall „die umgehende Einberufung des Landessicherheitsrates“ Ein Gremium solle darüber beraten, „wie wir die Sicherheit gewährleisten und derartige Übergriffe mit Messergewalt verhindern können“, schrieb er in einer Aussendung. (APA)