Letztes Update am Di, 15.10.2019 07:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

Frauen wollten in Paris Blutbad anrichten: Hohe Haftstrafen für IS-Anhängerinnen

Die Frauen hatten im September 2016 erfolglos versucht, eine Autobombe vor mehreren Restaurants in der Nähe der Kathedrale Notre Dame zu zünden. Eine der Frauen stach außerdem auf einen Zivilpolizisten ein.

Ein Gerichtszeichner hat eine der Angeklagten in einem ersten Prozess gezeichnet.

© AFPEin Gerichtszeichner hat eine der Angeklagten in einem ersten Prozess gezeichnet.



Paris – Gut drei Jahre nach einem fehlgeschlagenen Anschlag nahe der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind mehrere Anhängerinnen der Jihadistenmiliz IS (Daesh) zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Pariser Gericht verurteilte die beiden Hauptangeklagten am Montag zu 25 und 30 Jahren Gefängnis.

Die Frauen hatten nach Überzeugung der Richter im September 2016 erfolglos versucht, eine Autobombe vor mehreren Restaurants in der Nähe der Kathedrale zu zünden. Zwei Komplizinnen wurden zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt. Eine der Frauen hatte auf einen Zivilpolizisten eingestochen. Eine weitere Frau wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

„Terrorkommando junger Frauen“

Die Staatsanwaltschaft beschrieb die Angeklagten im Alter von heute 22 bis 42 Jahren als „Terrorkommando junger Frauen, die vollkommen empfänglich für die tödliche Ideologie des Islamischen Staats“ waren. Die Frauen folgten demnach Anweisungen des inzwischen getöteten französischen IS-Mitglieds Rachid Kassim, der als Drahtzieher von Anschlägen in Frankreich gilt.

Die nun zu 25 und 30 Jahren Haft verurteilten Frauen sollen in der Nacht des 3. auf den 4. September 2016 in der Nähe von Notre-Dame einen Peugeot 607 geparkt haben, der mit sechs Gasflaschen beladen war. Sie tränkten nach Angaben einer der Angeklagten das Auto mit Diesel und warfen eine brennende Zigarette in den Wagen. Eine Explosion blieb jedoch aus, da sich Diesel nicht so leicht entzünden lässt wie Benzin.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Nur die Wahl des falschen Brennstoffs habe den Plan scheitern lassen, heißt es in den Ermittlerakten. Ansonsten hätte ein „Blutbad gedroht“. Eine der Frauen war bereits im April wegen Anwerbung von IS-Kämpfern und Aufrufen zu Anschlägen in Frankreich und Belgien zu acht Jahren Haft verurteilt worden. (APA/AFP)