Letztes Update am Do, 17.10.2019 07:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck-Land

Sprayer richteten in Tirol 300.000 Euro Schaden an: Von Polizei ausgeforscht

Nach akribischen Ermittlungen der Polizei Steinach und des Landeskriminalamts Tirol sowie Dienststellen in Vorarlberg ist es jetzt gelungen, den drei Verdächtigen das Handwerk zu legen.

Vor allem die Kosten für Zugreinigungen, die durch die Graffitis notwendig sind, sind enorm.

© ZOOM.TIROLVor allem die Kosten für Zugreinigungen, die durch die Graffitis notwendig sind, sind enorm.



Von Benedikt Mair

Innsbruck – Hauptsächlich in Tirol, aber auch in Vorarlberg trieben sich die drei jungen Männer bei Nacht und Nebel herum. Über ein Jahr lang, die Farbdosen immer im Anschlag, um Trafostationen, Hausfassaden, Brücken oder ganze Zuggarnituren zu besprühen. Jetzt konnte die Polizei einem 28-jährigen Österreicher, einem 22 Jahre alten Deutschen und einem Russen (20) das Handwerk legen.

Die Serien-Sprayer sollen – in unterschiedlicher Zusammensetzung – „für einhundert Vandalenakte“ verantwortlich sein, sagt Burkhard Kreutz, Postenkommandant der Polizeiinspektion Steinach-Wipptal. Der angerichtete Schaden dürfte sich laut Schätzung der Exekutive auf rund 300.000 Euro belaufen.

Begonnen hatte die Serie Mitte 2018, heuer im August waren die Vandalen ein letztes Mal aktiv. In diesem Monat gerieten sie auch ins Visier der Ermittler. „Einen von ihnen haben wir erwischt“, erzählt Kreutz. „Er hat die Taten schließlich gestanden.“ Auf Überwachungskameras sei zu sehen gewesen, dass er nicht alleine gehandelt hat. „Er hat gestanden und uns zu seinen Mittätern geführt.“ Was dann mehrere Hausdurchsuchungen zu Tage förderten, räumte auch die letzten Zweifel aus: Über 260 Spraydosen, Mobiltelefone und Kameras mit Aufzeichnungen der Taten und Graffiti wurden beschlagnahmt. Unklar ist, was die Tatverdächtigen mit dem Video- und Bildmaterial vorhatten. Kreutz: „Ob sie die Fotos im Internet verbreitet haben, wissen wir derzeit nicht.“

Der wohl aufsehenerregendste Fall, mit dem die Gruppe in Verbindung gebracht wird, liegt knapp ein Jahr zurück. Im November 2018 wurden vier Steuer- und ein Triebwagen der Achenseebahn besprüht, die auf einem provisorischen Gleis zwischen Wiesing und Jenbach abgestellt waren – die Tiroler Tageszeitung berichtete. Die Garnituren waren erst kurz zuvor von der ehemaligen Appenzeller Bahn erworben worden. Von der Geschäftsführung der Achenseebahn wurde der Schaden damals auf eine Summe zwischen 100.000 und bis zu 250.000 Euro geschätzt.

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Die Männer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren werden jetzt bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Bei den Ermittlungen gegen sie kam die Polizei auch noch weiteren Vandalen auf die Schliche. Der Kommandant der Polizeiinspektion Steinach sagt, dass „sich die Männer alle aus der Sprayer-Szene kannten“ und deshalb ins Visier der Ermittler gerieten. Auch die vier Österreicher und ein weiterer Russe sollen jetzt wegen mehrerer Vandalismus-Delikte angezeigt werden.