Letztes Update am Do, 17.10.2019 14:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Oberösterreich

Messerattacken in Wullowitz: Hofer will schnellere Asylverfahren

Über den 33-jährigen Afghanen, der am Montag auf einen Betreuer sowie einen Landwirt mit einem Messer losgegangen sein soll, wurde U-Haft verhängt. Informationen über den Zustand des lebensgefährlich verletzten Betreuer werden auf Wunsch der Familie keine mehr ausgegeben.

Der Verdächtige war in dieser Asylwerberunterkunft an der oberösterreichisch-tschechischen Grenze wohnhaft.

© APADer Verdächtige war in dieser Asylwerberunterkunft an der oberösterreichisch-tschechischen Grenze wohnhaft.



Wullowitz, Linz – Über jenen 33-jährigen Asylwerber, der am Montag in Wullowitz (Bezirk Freistadt) einen 63-Jährigen getötet und einen Flüchtlingsbetreuer lebensgefährlich verletzt haben soll, hat das Landesgericht Linz am Mittwoch U-Haft verhängt. Über den Zustand des 32-jährigen Betreuers wird das Linzer Universitäts-Klinikum auf Wunsch der Familie keine Auskünfte mehr geben.

Es bestehe der dringende Verdacht, dass bei dem 33-Jährigen in beiden Fällen zumindest ein bedingter Mordvorsatz vorhanden gewesen sei, weil U-Haft wegen Mordes, versuchten Mordes und schweren Raubes verhängt worden sei, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Philipp Christl am Donnerstag. Der Afghane wollte vor der Haft- und Rechtsschutz-Richterin nach Rücksprache mit seinen Verteidigern keine weiteren Fragen beantworten. Die Polizei ermittle noch.

Hofer: „Wegen Länge des Asylverfahrens nicht schnell genug abgeschoben“

FPÖ-Chef Norbert Hofer will Verfahren von „verhaltensauffälligen“ Asylwerbern vorziehen, also Personen, die bereits aggressives Verhalten gezeigt hätten oder kriminell wurden. Diese könnten wegen der Länge des Asylverfahrens „nicht schnell genug abgeschoben“ werden, so Hofer, der anlässlich der Messerattacken eines Asylwerbers in Wullowitz (Bezirk Freistadt) eine Nachschärfung verlangte.

Der Afghane, der einen Altbauer getötet und einen Flüchtlingsbetreuer lebensgefährlich verletzt hat, sei bereits mehrfach negativ aufgefallen. Das Asylverfahren des Mannes sei in erster Instanz bereits negativ beschieden gewesen. „Hätte man hier schneller reagiert und diese Bestie abgeschoben, wäre der österreichische Bauer heute noch am Leben“, so Hofer.

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Der Verdächtige war am Montagnachmittag in einer Asylunterkunft auf den 32-jährigen Betreuer mit einem Messer losgegangen. Bei der Auseinandersetzung ging es um die Arbeitssituation des Asylwerbers. Danach floh der Afghane zunächst mit einem Fahrrad, ehe er unweit der Flüchtlingsunterkunft einen 63-jährigen Landwirt in dessen Garage erstochen haben soll, weil der Altbauer seinen Autoschlüssel nicht herausgab, sondern um Hilfe rief. Der 33-Jährige fuhr anschließend mit dem gestohlenen Wagen davon und wurde am Abend in Linz festgenommen. (APA/TT.com)