Letztes Update am Fr, 18.10.2019 09:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mexiko

Straßenkämpfe, Explosionen: Festnahme von „El Chapo“-Sohn eskaliert

In Mexiko nimmt die Polizei Ovidio Guzmán López fest, den Sohn von Drogenboss „El Chapo“. Bei der Aktion kommt es in Culiacán zu massiver Gewalt mit heftigen Schusswechseln und Explosionen. Stundenlang verbreiten schwer bewaffnete Bandenmitglieder Chaos und Terror.

In den Straßen von Culiacán kam es zu heftigen und gewaltsamen Auseinandersetzungen.

© AFPIn den Straßen von Culiacán kam es zu heftigen und gewaltsamen Auseinandersetzungen.



Mexiko-Stadt – In Mexiko haben Sicherheitskräfte einen Sohn des in den USA inhaftierten Drogenbosses Joaquín „El Chapo“ Guzmán festgesetzt. Ovidio Guzmán López sei in Culiacán, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa, gefasst worden, erklärte Sicherheitsminister Alfonso Durazo. Die Festnahme führte zu einer gewaltsamen Gegenreaktion: Schwerbewaffnete lieferten sich in der Stadt heftige Schusswechsel mit Sicherheitskräften.

Ovidio und sein Bruder Alfredo sollen die Führung über einen Teil des jahrelang von „El Chapo“ geführten Sinaloa-Kartells übernommen haben, nachdem ihr Vater 2017 an die USA ausgeliefert worden war. Zur Festnahme kam es Sicherheitsminister Durazo zufolge als eine Patrouille der Nationalgarde in Culiacán attackiert wurde. Die Sicherheitskräfte seien aus dem Inneren eines Hauses angegriffen worden und hätten das Haus daraufhin gestürmt. Vier Verdächtige seien festgenommen worden – unter ihnen Ovidio Guzmán López, der auch Iván genannt wird.

Daraufhin hätten Bandenmitglieder das Haus umstellt, was zu einem Schusswechsel geführt habe, führte Durazo aus. Auch an anderen Orten der Stadt hätten die Kriminellen „gewaltsame Aktionen“ ausgeführt und damit für „Panik“ gesorgt. Mehrere Polizisten wurden verletzt. In den Straßen der Stadt herrschte stundenlang Chaos. Ein AFP-Journalist filmte schwer bewaffnete vermummte Bandenmitglieder und in Brand gesetzte Fahrzeuge. Die Behörden riefen die Bewohner von Culiacán auf, nicht auf die Straße zu gehen.

„El Chapo“, der langjährige Anführer des berüchtigten Sinaloa-Kartells galt einst als der mächtigste Drogenbaron der Welt. Die Stadt Culiacán war die Basis des Kartells. (AFP)




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