Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.10.2019


Gerichtssplitter

Erwin Pröll auf Facebook bedroht: 34-Jähriger muss in Anstalt

Ein 34-Jähriger drohte über seinen Facebook-Account von Tirol aus dem damaligen LH Erwin Pröll mit dem Tod.

(Symbolbild)

© APA/HELMUT FOHRINGER(Symbolbild)



Auch die Atmosphäre eines Tiroler Nobelhotels brachte einen Mitarbeiter im Frühjahr nicht mehr auf gute Gedanken. Zu sehr brodelte es bereits in dem 34-Jährigen. Da war einerseits die niemals aufgeklärte Ermordung seines Vaters. Dazu hatte den dreifachen Vater ein Obsorgestreit in Niederösterreich völlig aus dem Konzept und in eine psychische Störung gebracht. Ohnehin schon existierende Wahnvorstellungen waren im März vollends ausgebrochen. So war und ist der Mann der festen Überzeugung, dass sein Vater einem Mordkomplott unter Mitwirkung des nunmehrigen niederösterreichischen Altlandeshauptmannes Erwin Pröll zum Opfer gefallen ist.

Zudem erklärte der Niederösterreicher Gerichtspsychiaterin Gabriele Wörgötter auch, dass er genmäßig zu 93 Prozent von Adolf Hitler abstamme und deshalb auch noch vom amerikanischen Geheimdienst verfolgt werde. Laut der Psychiaterin eine andauernde Wahn­erkrankung, welche beim Betroffenen bereits die Zurechnungsfähigkeit aufhebt. In diesem Zustand verfasste der 34-Jährige im Hotel auf seinem Facebook-Account an den Landeschef gerichtete Todesdrohungen. Gestern am Landesgericht war deshalb die Zielrichtung des Einweisungsantrages ganz auf Schutz und Heilung. Psychiaterin Wörgötter machte nämlich eine ungünstige Gefährlichkeitsprognose mit der Gefahr von weiteren gefährlichen Drohungen oder Körperverletzungen. Richterin Helga Moser: „Es erfolgt aufgrund des Gutachtens eine Anstaltseinweisung. Aber keine Angst, wir vergessen Sie nicht. Sobald Sie geheilt sind, werden Sie entlassen!" Strafverteidiger Friedrich Reiter bemüht sich für seinen Mandanten zwecks besserer Besuchsmöglichkeiten um eine Unterbringung in Ostösterreich.

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Vier Kinder und Jugendliche im Alter von zehn, zwölf, 13 und 14 Jahren wurden nach einer regelrechten Vandalismus-Tour in Wattens im März ausgeforscht. 20.000 Euro beträgt der Gesamtschaden, u. a. wurde auch eine leerstehende Villa zerstört. Da alle Beteiligten zum Tatzeitpunkt strafunmündig waren, wurde das Ermittlungsverfahren aber nun von der Staatsanwaltschaft eingestellt. (fell)

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