Letztes Update am Do, 07.11.2019 10:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Angeblicher Raubüberfall in Innsbruck entpuppte sich als Lüge

Ein angeblicher Raubüberfall auf einen 21-Jährigen brachte in Innsbruck drei Syrer in Bedrängnis. Wie sich jetzt herausstellte, hatte der junge Mann die Tat nur erfunden, die drei Jugendlichen hatten ihn gar nicht überfallen.

(Symbolbild)

© Stocker(Symbolbild)



Innsbruck – Dank der Ermittlungsarbeit der Polizei hat sich ein vor rund drei Wochen angezeigter Raubüberfall als Lüge entpuppt: Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, hatte ein 21-jähriger Österreicher einen Raub durch drei Syrer nur vorgetäuscht.

Die angebliche Tat hatte sich am 24. Oktober ereignet. Der 21-Jährige meldete sich bei der Polizei und gab an, von einem Trio bei einer Bushaltestelle in der Weinhartstraße angesprochen worden zu sein. Einer der Täter habe dann den Österreicher festgehalten und gegen die Wand gedrückt. Seine beiden Komplizen hätten unterdessen seine Umhängetasche durchsucht, so das mutmaßliche Opfer.

Dann hätten sie ihm Zigaretten und Bargeld gestohlen und seien in Richtung Bogenmeile geflohen, erklärte der 21-Jährige. Er täuschte zur Untermauerung seiner Aussagen sogar eine Panikattacke vor.

Drei Jugendliche festgenommen

Aufgrund seiner Täterbeschreibung wurden bereits wenig später zwei Verdächtige in einer Bar in den Bögen festgenommen. Das Opfer identifizierte die beiden 16-jährigen Syrer. Der dritte Tatverdächtige wurde dann im Rahmen weiterer Ermittlungen eine Woche später festgenommen und in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert. Auch bei ihm handelte es sich um einen 16-jährigen Syrer.

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Nach neuerlichen Einvernahmen der Beteiligten ergaben sich für die Polizei dann aber berechtigte Zweifel an den Aussagen des 21-Jährigen. Er wurde noch einmal befragt und gestand nach anfänglichem Leugnen, dass sich die Tat nicht so abgespielt hat, wie er es angezeigt hat. Zu einem Raub oder Diebstahl ist es demnach gar nicht gekommen. Ein Motiv für seine Falschaussage konnte der Mann allerdings nicht nennen.

Aufgrund der neu gewonnenen Erkenntnisse wurde der 16-jährige Syrer am 5. November 2019 wieder enthaftet. Der Österreicher wird auf freiem Fuß wegen des Verdachts der falschen Beweisaussage und Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt. (TT.com)