Letztes Update am Mi, 06.11.2019 06:33

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Europol warnt vor Anschlägen mit Waffen aus 3D-Druckern

Verbrecher suchen nach immer neuen Möglichkeiten, an Waffen zu gelangen. Dabei kommt ihnen nicht nur das Darknet zu Hilfe – sondern vor allem die Technik des 3D-Drucks.

3D-Drucker können auch Waffen "drucken". (Symbolfoto).

© EPA/Hong3D-Drucker können auch Waffen "drucken". (Symbolfoto).



Hamburg – Nach dem Anschlag von Halle hat die EU-Strafverfolgungsbehörde Europol vor Nachahmern gewarnt. Rechtsextremisten könnten „wie der Halle-Angreifer“ versuchen, Schusswaffen oder Waffenteile mit 3D-Druckern herzustellen, schrieb Europol in einem vertraulichen Bericht von Ende Oktober, aus dem der Spiegel am Dienstag zitierte.

Gleichzeitig sei durch den verborgenen Teil des Internets, das Darknet, die Schwelle gesunken, an illegale Waffen zu kommen. Zahlreiche Rechtsextremisten in Europa besäßen jedoch auch legale Schusswaffen. Immer wieder fielen gewalttätige Gruppen durch Schießtrainings und Kampfsport auf, schrieb die EU-Polizeibehörde demnach. Rechtsextremisten hätten dabei auch versucht, „erfahrene Mitarbeiter von Militär und Sicherheitsbehörden zu rekrutieren“.

Islamisten haben Erfahrung mit Drohnen

Nach Ansicht von Europol drohten auch im Bereich des Islamismus Angriffe mithilfe moderner Mittel. So sei ein Anschlag durch Drohnen „nicht auszuschließen“. In der Propaganda der Jihadistenmiliz „IS“ (Daesh) genieße das Thema große Aufmerksamkeit. Davon könnten sich IS-Anhänger anstacheln lassen. Zudem hätten einige aus Syrien zurückgekehrte Kämpfer bereits Erfahrung im Umgang mit Drohnen.

Der mutmaßlich rechtsextremistische Attentäter Stephan B. hatte vor knapp einem Monat während der Feierlichkeiten zum jüdischen Feiertag Yom Kippur versucht, bewaffnet in die Synagoge von Halle einzudringen. Nachdem ihm dies nicht gelang, erschoss er zwei Menschen. (APA/AFP)