Letztes Update am Di, 03.12.2019 07:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auftragsmord

50 Jahre Haft für Mord an honduranischer Umweltaktivistin

Drei Jahre nach dem Mord an der Umweltschützerin Berta Caceres sind vier Täter zu mehr als 50 Jahren Haft verurteilt worden. Drei Mittäter müssen für mehr als 30 Jahre in Haft.

Die Umweltschützerin Berta Caceres wurde 2016 ermordet.

© ReutersDie Umweltschützerin Berta Caceres wurde 2016 ermordet.



Tegucigalpa – Über dreieinhalb Jahre nach dem Mord an der honduranischen Umweltschützerin Berta Caceres sind vier Täter zu jeweils 50 Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Drei Mittäter müssen für 30 Jahre und sechs Monate in Haft, wie ein Gericht in Tegucigalpa am Montag entschied. Die Männer waren bereits vor einem Jahr für schuldig befunden worden, jetzt wurde das Strafmaß festgesetzt.

Caceres war im März 2016 in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Westen des mittelamerikanischen Landes erschossen worden. Die Aktivistin setzte sich für die Rechte der Lenca-Indianer ein und kämpfte gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca durch die Firma Desa. Für ihr Engagement war die Koordinatorin des Rats der indigenen Völker Honduras‘ (Copinh) mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Der mexikanische Aktivist Gustavo Castro Soto wurde bei dem Angriff verletzt.

Der Mord hatte international Empörung ausgelöst. Unter den Verurteilten sind neben Auftragsmördern und Soldaten auch Mitarbeiter der Baufirma Desa. Nach dem Mordanschlag stellte das deutsche Unternehmen Voith seine Lieferungen für das umstrittene Wasserkraftprojekt Agua Zarca ein. Über ein Joint Venture sollten Voith und Siemens Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik im Wert von rund acht Millionen Euro an Desa liefern. (APA/dpa)

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