Letztes Update am Di, 01.10.2013 21:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Mehr als 20 Hinrichtungen im Irak an zwei Tagen

Die meisten der Verurteilten wurden wegen „terroristischer Aktivitäten“ schuldig gesprochen. Insgesamt wurden heuer mindestens 90 Menschen hingerichtet.



Bagdad – Im Irak sind nach Regierungsangaben an zwei Tagen 23 zur Todesstrafe verurteilte Häftlinge hingerichtet worden. Die meisten der Verurteilten seien wegen „terroristischer Aktivitäten“ schuldig gesprochen gewesen, erklärte das Justizministerium in Bagdad am Dienstag. Die Exekutionen hätten am 22. und 26. September stattgefunden.

Damit steigt die Zahl der Hingerichteten im Irak seit Jahresbeginn auf mindestens 90. Die Europäische Union, die Vereinten Nationen und Menschenrechtsgruppen fordern seit langem ein Aussetzen der Todesstrafe im Irak. Die UN-Menschenrechtsbeauftragte Navi Pillay hatte beanstandet, dass im irakischen Justizsystem viele Verurteilungen auf Geständnissen beruhten, die unter Folter und Misshandlung zustande kämen.

Im vergangenen Jahr vollstreckte die irakische Justiz 129 Todesurteile. Die Hinrichtung erfolgt in der Regel durch den Strang. Erst vor kurzem hatte der irakische Justizminister Hassan al-Shammari betont, seine Regierung halte weiter an der Todesstrafe fest. (APA/AFP)