Letztes Update am Di, 22.10.2013 16:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Justiz und Kriminalität

Erneut 25 Einvernahmen im Mordfall Kammerer

Cold-Case-Ermittler rollten Gewaltverbrechen neu auf.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Die Ermittler geben nicht auf. Auch acht Jahre nach der Ermordung der Studentin Daniela Kammerer im Innsbrucker Rapoldipark beschäftigt das Gewaltverbrechen die Kriminalisten. Genaugenommen sind es Beamte der Abteilung Cold Case Management des Bundeskriminalamtes in Wien, die den ungeklärten Mord seit etwa einem Jahr wieder neu bearbeiten. „Wir haben seither etwa 25 Personen einvernommen und sind derzeit beim Auswerten der Aussagen“, sagt Mario Hejl, Sprecher des Bundeskriminalamtes: „Einen Fahndungserfolg können wir allerdings noch nicht melden.“

Daniela Kammerer wurde in der Nacht zum 23. Juni 2005 in einer Telefonzelle im Randbereich des Rapoldiparks durch zwei Messerstiche (in die Brust und in den Rücken) getötet. Etwa 20 Minuten später entdeckte ein zufälliger Zeuge die Leiche der Studentin.

Wie die Polizei damals rekonstruieren konnte, hatte die Niederösterreicherin in jener Nacht – übrigens zwei Tage vor ihrem 20. Geburtstag – ein Studentenfest im Stadtteil Wilten besucht. Gegen zwei Uhr verließ sie die Feier, besuchte mehrere Bekannte, durchstreifte die Bogenmeile und fuhr zuletzt mit ihrem Herrenfahrrad von der Ing.-Etzel-Straße in Richtung Pradl. Im Rapoldipark radelte sie ihrem Mörder in die Arme.

Das Motiv ist bis heute unklar. Die Tote war vollständig bekleidet, was gegen ein Sexualverbrechen spricht. Die Geldtasche blieb am Tatort zurück – ein Raubmord gilt daher als ausgeschlossen. Auch für eine Beziehungstat fanden die Ermittler zunächst keine Hinweise.

Zwei Jahre nach dem Mord rollten die Tiroler Kriminalisten den Fall noch einmal von Anfang an auf. Dabei geriet ein Bekannter des Opfers in den Fokus der Beamten. Ein Zusammenhang mit dem Mord war allerdings nicht nachweisbar.

Kammerers Eltern vermuteten übrigens, dass der Mörder ihrer Tochter an der Trauerfeier teilgenommen hatte. Ob auch die Cold-Case-Ermittler den ominösen Bekannten auf der Mord-Rechnung haben, will BKA-Sprecher Mario Hejl­ nicht kommentieren. „Aber wir gehen dem Hinweis natürlich nach.“




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