Letztes Update am Fr, 21.03.2014 13:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mord in Innsbruck

Fall Kammerer: Eltern brachten Fortführungsantrag ein

Die Eltern wollen die Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen den ehemals tatverdächtigen 29-Jährigen. Das Verfahren war Ende Februar laut Staatsanwaltschaft „mangels der Nachweisbarkeit der Tat“ eingestellt worden.

© ZOOM-TIROLErmittler vor der Telefonzelle, in der Daniela Kammerer im Juni 2005 erstochen wurde.



Innsbruck – Im Fall der im Jahr 2005 in Innsbruck erstochenen Daniela Kammerer haben die Eltern des Opfers einen Antrag auf Fortführung der Ermittlungen gegen den 29-jährigen ehemals verdächtigen Studienkollegen der Frau eingebracht, sagte der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, Hansjörg Mayr.

Sollte die Anklagebehörde dem Antrag stattgeben, würde sie das Verfahren gegen den Mann fortführen. Falls nicht, müsste der Antrag samt dem Akt einem Dreier-Richtersenat vorgelegt werden, der dann entscheide. Nähere inhaltliche Angaben wollte Mayr nicht machen. Er erklärte jedoch, dass den meisten solcher Fortführungsanträge gewöhnlich nicht stattgegeben werde.

Das Ermittlungsverfahren gegen den 29-jährigen Niederösterreicher war Ende Februar laut Staatsanwaltschaft „mangels der Nachweisbarkeit der Tat“ eingestellt worden. Der Mann hatte stets bestritten, seine frühere Studienkollegin ermordet zu haben. Er hatte zuletzt in Australien gearbeitet und war am 22. Dezember von dort kommend am Flughafen Wien-Schwechat festgenommen worden. Am 7. Februar war der inzwischen nach Innsbruck überstellte Verdächtige nach der Haftprüfungsverhandlung aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der 29-jährige kehrte noch vor der Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen ihn nach Australien zurück.

Ermittlungen gegen Unbekannt gehen weiter

Unterdessen gingen in dem Fall die Ermittlungen gegen unbekannte Täter weiter. Am Montag hatte es seitens der Staatsanwaltschaft geheißen, dass gesicherte Spuren mit neuen, besseren Untersuchungsmethoden ausgewertet werden würden. Dabei gehe es darum, „aus Tatortspuren DNA feststellen zu können“. Die nunmehrigen Ermittlungen hatten die „Cold Case Einheit“ im Bundeskriminalamt (BK) in einem Bericht angeregt. Einen konkreten Ermittlungsansatz gibt es aber nicht, meinte Mayr.

Die Studentin war am 23. Juni 2005, zwei Tage vor ihrem 20. Geburtstag, in den frühen Morgenstunden im Innsbrucker Stadtteil Pradl erstochen worden. Ein Pensionist fand die blutüberströmte Leiche der Niederösterreicherin vor einer Telefonzelle. Die junge Frau war mit zwei Messerstichen in den Brustbereich und in den Rücken getötet worden. Die vom Täter verwendete Tatwaffe, vermutlich ein Küchenmesser, konnte trotz umfangreichen Suchaktionen nicht sichergestellt werden. (APA)




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