Letztes Update am Do, 27.11.2014 05:39

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Außerferner Jäger löste Cobra-Einsatz aus

Weil ein Jäger im Wald Schüsse abfeuerte, rückten Cobra und mehrere Polizeibeamten im Lechtal aus. Wie sich herausstellte, verfehlte er ein Wild.

© APA(Symbolfoto)



Elbigenalp – Drei Frauen, die im Wald spazierten; ein Jäger, der einen Schuss abgab; und die Spezialeinheit Cobra, die mit dem Hubschrauber nach Elbigenalp flog: Das sind die Zutaten für einen nicht gerade alltäglichen Zwischenfall in Elbigenalp, der im Ort wohl heute für einigen Gesprächsstoff und etwas Häme sorgen dürfte.

Gegen 10.30 Uhr rief eine der drei Frauen bei der Polizei an, dass im Bereich einer Wildfütterung ein Schuss gefallen sei. „Die Frauen fühlten sich offensichtlich bedroht“, hieß es seitens der Polizei. Offenbar hätten die Frauen gedacht, es sei auf sie oder zumindest in ihre Richtung geschossen worden. Anschließend sei der Mann fluchend in den Wald gelaufen. Weil für die Beamten ein Gewaltdelikt nicht auszuschließen war, rückten die Männer der Cobra an. Mit dem Hubschrauber des Innenministeriums. Stellten sich auf. Und trafen auf einen verdutzten Jäger, der schwer schockiert feststellte, dass nach ihm gesucht wurde.

Denn der Mann, der die Frauen vorher unbestätigten Gerüchten zufolge anscheinend noch gegrüßt haben soll, hatte zuvor ein krankes Rehwild ausgemacht und auf dieses geschossen. „Der Jäger gab an, dass er schon lange nach dem Tier gesucht und dann auf das Wild geschossen hatte“, sagte man bei der Polizei gestern Nachmittag. Doch der Jäger traf das Tier nicht und ging wohl deshalb etwas ungehalten in den Wald, um nachzuschauen – was die drei Frauen wohl ganz offensichtlich falsch interpretierten.

Der Jäger sei auch ganz klar als solcher zu erkennen gewesen, erklärte man bei der Polizei. Gegen 12.10 Uhr konnte der Einsatz dann für die Cobra endgültig abgebrochen werden. Es wurde klar, dass „keine Personen in Gefahr“ waren, hieß es abschließend im Polizeibericht. (mw)