Letztes Update am Mo, 22.12.2014 16:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankreich

„Allahu Akbar“-Amokfahrt in Dijon war kein Attentat

Entsetzen in Frankreich angesichts brutaler Aggressionen, bei denen die Täter „Gott ist groß“ gerufen haben. Doch der Amokfahrer von Dijon ist offensichtlich kein Attentäter, sondern stark verwirrt.

(Symbolfoto)

© EPA/ETIENNE LAURENT(Symbolfoto)



Dijon – Der Amokfahrer von Dijon, der unter „Allahu Akbar“-Rufen 13 Passanten verletzt hat, ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft kein Attentäter. Der 40 Jahre alte Täter leide an einer alten und schweren psychiatrischen Krankheit, erläuterte Oberstaatsanwältin Marie-Christine Tarare am Montag in Dijon. In der Vergangenheit habe er dafür 157 Mal psychiatrische Abteilungen aufgesucht.

„Diese Tat war kein terroristischer Akt“, sagte die Staatsanwältin. Der psychisch gestörte Mann hatte mit seinem Auto unter „Gott ist groß“-Rufen absichtlich die Passanten angefahren, wie er gestand. Er verletzte dabei zwei Menschen schwer. Der Mann war am Sonntagabend an fünf verschiedenen Stellen im Stadtzentrum in Fußgänger gerast.

Im zentralfranzösischen Joue-les-Tours war am Samstag ein Mann von Polizeikräften erschossen worden. Er hatte mit „Allahu Akbar“-Rufen ein Kommissariat gestürmt und mit einem Messer drei Beamte verletzt.

Hollande warnte vor Panik

Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande hatte nach den beiden islamistisch erscheinenden Aggressionen vor Panik gewarnt und zu äußerster Wachsamkeit des Staates aufgerufen. Mehr Sicherheitskräfte sollten aber nicht mobilisiert werden, so Regierungssprecher Stephane Le Foll am Montag in Paris nach einer Kabinettssitzung. Zwischen den beiden Ereignissen gebe es nach derzeitigem Stand keine Verbindung.

Auch Innenminister Bernard Cazeneuve warnte vor voreiligen Schlüssen. Was den Autofahrer bewogen habe, sei nicht klar, sagte der Minister in Dijon. Nur die Ermittlungen könnten die genauen Motive dieser Tat bestimmen. Das Täter werde psychiatrisch untersucht, hieß es aus Polizeikreisen. Er war bei der Fahrt mit einer Tunika bekleidet und soll gerufen haben, er habe es „für die Kinder Palästinas“ getan. (dpa)


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