Letztes Update am Fr, 06.03.2015 19:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Boko-Haram-Terror

Nigeria baut Schule entführter Mädchen in Chibok wieder auf

Knapp ein Jahr nach Verschleppung von fast 300 Schülerinnen in Nigeria soll das Gebäude wieder aufgebaut werden. Die Regierung arbeite daran, dass in Chibok wieder Normalität nach den Boko-Haram-Anschlägen einkehre.

2014 wurden knapp 300 Schülerinnen in Nigeria entführt. Menschen gingen mit der Kampagne "Bringt unsere Mädchen zurück" auf die Straße.

© Reuters2014 wurden knapp 300 Schülerinnen in Nigeria entführt. Menschen gingen mit der Kampagne "Bringt unsere Mädchen zurück" auf die Straße.



Abuja – Knapp ein Jahr nach der Entführung von fast 300 Schülerinnen durch die Islamistengruppe Boko Haram hat die nigerianische Regierung mit dem Wiederaufbau der Schule der Mädchen begonnen. Finanzminister Ngozi Okonjo-Iweala habe in Chibok im Nordosten des Landes den Grundstein für die Schule gelegt, teilte die Regierung in Abuja am Freitag mit.

Präsident Goodluck Jonathan erklärte, die Regierung fühle mit der Bevölkerung von Chibok: „Wir wissen, was ihr durchmacht.“ Die Regierung arbeite „Tag und Nacht“, damit in Chibok und anderen „vom Terrorismus betroffenen Orten“ die Normalität zurückkehre.

Boko-Haram-Kämpfer hatten Mitte April vergangenen Jahres die Schule in Chibok überfallen und 276 Schülerinnen entführt. Die meisten der Mädchen werden noch immer vermisst. Nach der Entführung wurde die nigerianische Regierung wegen ihrer zögerlichen Reaktion kritisiert.

Nach der Entführung veröffentlichte Boko Haram ein Video mit der Behauptung, die Mädchen seien zum Islam konvertiert. Boko-Haram-Anführfer Abubakar Shekau erklärte, die Schülerinnen seien an Kämpfer der Gruppe verheiratet worden.

Die Extremistengruppe Boko Haram, deren Name sich mit „westliche Bildung ist verboten“ übersetzen lässt, kämpft seit dem Jahr 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und tötete dabei bisher mindestens 13.000 Menschen. Immer wieder greift sie säkulare Schulen an und brennt sie nieder oder schließt sie. Nach Angaben der Vereinten Nationen können rund 10,5 Millionen Kinder in Nigeria nicht zur Schule gehen.

In jüngster Zeit startete Boko Haram zudem mehrfach Angriffe im Südosten des Niger und in Kamerun. Die beiden Länder und der Tschad entsandten daraufhin Truppen in den Nachbarstaat, um den Vormarsch des Islamisten zu stoppen. (APA/AFP)


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