Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.02.2016


Verkehr

1500 Fahrprüfungs-Fragen erneuert

Führerschein-Kandidaten, die ab 7. März zur Theorieprüfung antreten, kommen in den Genuss von komplett modernisierten Fragen. Die bisherigen Prüfungsfragen hatten bereits Jahrzehnte auf dem Buckel.

(Symbolfoto)

© APA/HANS KLAUS TECHT(Symbolfoto)



Von Carmen Baumgartner-Pötz

Wien — Alles neu macht der März — zumindest beim Führerschein. Nach immerhin 30 Jahren im Einsatz wurden die Prüfungsfragen modernisiert, ab 7. März werden sie abgefragt. Es handelt sich um die erste große Neuerung seit der Einführung der theoretischen Fahrprüfung am Computer im Jahr 1998.

Die bis jetzt darin enthaltenen Prüfungsfragen und -bilder stammen laut Verkehrsministerium zu 80 Prozent aus dieser Zeit. Teile dieser Fragen und Antworten waren bereits ungefähr 10 Jahre davor im Einsatz. Das bedeutet, die theoretische Führerscheinprüfung blieb seit Beginn der 1990er Jahre inhaltlich nahezu unverändert. Dementsprechend sind darin Fragen und Bildmaterialien enthalten, die nicht mehr zeitgemäß sind bzw. nicht die aktuelle Realität abbilden (alte Polizeiuniformen, Autos und Straßenbahnen, die man ebenfalls nur noch im Museum sieht). „Sämtliche Gesetzesneuerungen sind berücksichtigt. Das Update ab März schafft eine höhere Verkehrssicherheit und wird die Unfallzahlen junger Lenker senken", sagt Herbert Wiedermann, Obmann des Fachverbandes der Fahrschulen und des Allgemeinen Verkehrs.

Die Kosten für den Relaunch der Prüfungsfragen beziffert das Verkehrsministerium mit 60.000 Euro, finanziert aus dem Verkehrssicherheitsfonds. Dazu kommen noch Kosten für die Übersetzungen in Englisch, Kroatisch, Slowenisch und Türkisch. Genau 1486 Fragen (Computerprüfung, Multiple Choice, vier Antwortmöglichkeiten, wobei eine oder mehrere Antworten richtig sind) umfasst künftig der Fragenpool, wenn ein Kandidat zur Pkw-Führerscheinprüfung antritt. Bis zu 80 Fragen samt Vertiefungsfragen werden gestellt. Um durchzukommen müssen 80 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden. Je nachdem, wie schwer die Frage gewichtet ist, dürfen also zwischen sechs und maximal 18 Fragen falsch beantwortet werden.

Sämtliche Bilder sind neu, alle Fragen wurden so formuliert, dass sie von Laien leicht erfasst werden können. Vor allem juristische Definitionen und Fachausdrücke wurden entfernt. Für die Verkehrssicherheit extrem wichtige Themen werden besonders gewichtet, das betrifft etwa die Fragen zur Eisenbahnkreuzung oder zur Wahl der Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit von Sichtweite und Fahrbahn.

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Die neuen Führerscheinfragen tragen natürlich auch technischen Erneuerungen der letzten Jahre Rechnung. So sollten Fahrschüler wissen, dass bei Auffassungsunterschieden zwischen Navigationsgerät und Verkehrsleitsystem (Stichwort Geschwindigkeitsbegrenzung) stets Letzteres Recht hat. Neuland wird auch mit den Fragen zu mit Elektromotor betriebenen Fahrzeugen betreten (siehe Fragen unten). Tipp: Rekuperation meint technische Verfahren zur Energierückgewinnung.