Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.08.2016


Kiss-and-Ride-Zone

Am Bahnhof Kitzbühel wird bald fleißig geküsst

In den nächsten Monaten sollen am Bahnhof Kitzbühel 63 Parkplätze sowie ein neuer Vorplatz mit einer Kiss-and-Ride-Zone entstehen.

Günter Oberhauser präsentiert zusammen mit Ingrid Felipe und Klaus Winkler die Pläne des Bauvorhabens am Bahnhof Kitzbühel (v. l.).

© HotterGünter Oberhauser präsentiert zusammen mit Ingrid Felipe und Klaus Winkler die Pläne des Bauvorhabens am Bahnhof Kitzbühel (v. l.).



Von Miriam Hotter

Kitzbühel – Bussi und Pfiati – so lässt sich das Konzept von Kiss-and-Ride-Zonen am besten beschreiben. Um den Verkehrsfluss zu Stoßzeiten nicht zum Erliegen zu bringen, können sich Bahnreisende dort von ihren Angehörigen verabschieden. Parkdauer: maximal 20 Minuten.

So eine Kiss-and-Ride-Zone soll westlich des Bahnhofsgebäudes in Kitzbühel entstehen. „Insgesamt werden sechs Stellplätze geschaffen“, erklärt Projektleiter Günter Oberhauser von den ÖBB.

Die Standplätze für kurzes Abholen und Hinbringen sind aber nur ein Teil eines großen Projekts, das bis August 2017 fertig gestellt werden soll. Am kommenden Montag beginnen bereits die Arbeiten für eine Park-and-Ride-Anlage mit 63 Stellplätzen. Dort können Pendler gratis parken. „Die größte Herausforderung wird sein, dass ausschließlich Bahnkunden dort parken“, räumt ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel ein.

Die Anlage wird östlich im Anschluss an das Bahnhofsgebäude Richtung St. Johann gebaut. Kostenpunkt: 500.000 Euro. Die Summe übernehmen zu 50 Prozent die ÖBB, zu 25 Prozent das Land Tirol und zu weiteren 25 Prozent die Stadt Kitzbühel.

Im Anschluss an die Park-and-Ride-Anlage starten ab dem Frühjahr 2017 auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern die Bauarbeiten für einen moderneren Vorplatz. So wird eine zentrale Businsel mit überdachten Busstellplätzen errichtet. Der Innenbereich des Busterminals wird zudem mit gepflasterten Steinen, bepflanzten Bereichen und Sitzbänken gestaltet. Das Vorplatz-Projekt kostet zwei Millionen Euro, wovon 80 Prozent die ÖBB übernehmen und 20 Prozent das Land. Die Stadt Kitzbühel übernimmt im Gegenzug die Erhaltung der Anlage und ist u. a. für den Winterdienst und die Beleuchtung zuständig.

Nachdem bereits 2011 von einem Vorplatz die Rede war, freut sich Bürgermeister Klaus Winkler nun umso mehr über dessen Realisierung. „Der Bahnhof wird dann perfekt sein, auch wenn vielen Kunden die beliebte Uhr am Bahnhof fehlt“, sagt er. Auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe zeigt sich vom Projekt angetan. „Vor allem überzeugt mich die Barrierefreiheit“, erklärt sie.