Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.11.2017


Bezirk Landeck

Stanz und Grins warnen Lkw-Fahrer rechtzeitig

Regelmäßig verirren sich Sattelschlepper nach Grins und Stanz – und sorgen für Chaos. Nun ergreifen die Gemeinden Gegenmaßnahmen.

© WenzelStundenlang kämpfte man, als heuer ein Lkw in den Stanzer Feldern stecken geblieben war.



Von Matthias Reichle

Grins, Stanz – Die Odyssee eines großen Sattelschleppers in die Stanzer Felder machte im heurigen Jahr Schlagzeilen. Das Ungetüm blieb auf einem Gemeindeweg stecken und drohte über die Böschung zu kippen. Stundenlang wurde probiert, bis es endlich gelang, das Fahrzeug zurückzuschleppen. Es ist kein Einzelfall, betont Bürgermeister Martin Aue­r. Heuer gab es bei ihm bereits sieben Irrfahrten.

Vergleichbar mit der verwinkelten Nachbargemeinde Grins mit ihren engen Gassen und Kurven, wo sehr ähnliche Bedingungen herrschen. „Meistens passiert es mitten in der Nacht, der Auflauf ist nicht sehr angenehm“, erklärt Dorfchef Thomas Lutz. Ohne Hilfe kommt der Lkw meist nicht mehr ins Tal und muss oft weit zurücksetzen, bis er wenden kann. Lutz rechnet, dass sich allein heuer sechs Lkw hinauf-verirrt haben.

Das bestehende Fahrverbot nach Grins zeigte bisher nur wenig Wirkung.
- Reichle

Kaum nachvollziehbar ist, wie sich die Lenker derart verfahren konnten. Als Grund geben die Fahrer immer einen Fehler des Navigationsgerätes an. „Einer wollte zur Conti, der andere ins Ötztal, einer in die Fließerau“, erläutert der Stanzer Bürgermeister. Immer führte sie das Gerät über die kurvige Straße in seine Gemeinde hinauf. Ob das GPS ein „Glump“ war oder es mit der Tunnelsperre zusammenhing, weiß Auer nicht.

„Zu 99 Prozent sind es Ausländer – Ungarn, Polen und Rumänen“, so Lutz. „Teilweise kennen die vielleicht auch die Verkehrszeichen nicht.“ Nach Grins gebe es bereits eine Verbotstafel, die wenig nützt. Immer wieder entstehen Schäden: Blumenkästen werden heruntergerissen, Zäune und auch die Römerbrücke in Mitleidenschaft gezogen.

Nun reagieren beide Gemeinden. Gemeinsam hat man sich an die Bezirkshauptmannschaft Landeck gewandt. Eine neue Warntafel auf Englisch soll Lkw davon abhalten, überhaupt im Ortsteil Stampfle abzubiegen. Auf neongelbem Grund warnt sie „NO TRUCKS!“ ­– auf Deutsch „Keine Lkw!“ – und zeigt ein durchgestrichenes GPS-Symbol. „Die Tafel soll demnächst aufgestellt werden“, schildert BHStv. Siggi Geiger, Chef der Verkehrsabteilung im Amt. „Der Grund ist, dass die Fahrer blindlings dem Navigationsgerät folgen“, betont er. Verbote zeigen meist keine Wirkung – sie fahren trotzdem. Deshalb sei man von einem weiteren Verbot abgekommen und versucht die Fahrer nun frühzeitig zu warnen, dass ihr Navi nicht funktioniert.