Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 02.01.2018


Innsbruck

Nebel stoppte Flugverkehr, Schadenshöhe noch unklar

Zäher Bodennebel legte am Silvestertag den Innsbrucker Flughafen komplett lahm. 2500 Passagiere saßen erst einmal fest.

© Irene Rapp



Innsbruck – „Nebel kann immer wieder vorkommen. Aber dass gar kein Flugzeug mehr landen und abheben konnte, habe ich in meinen 15 Jahren am Flughafen Innsbruck zum ersten Mal erlebt“: Nicht nur für Flughafen-Sprecher Patrick Dierich war es „außergewöhnlich“, was sich da am Silvestertag ereignete – oder eben nicht ereignete: Denn zäher Bodennebel legte den Betrieb am Innsbrucker Flughafen fast vollständig lahm. „24 ankommende Flüge waren betroffen, diese Flugzeuge konnten daher natürlich auch nicht abheben“, berichtet Dierich. Insgesamt 2500 Reisende saßen vorerst in Innsbruck fest, das Rote Kreuz bereitete sich bereits auf eine Betreuung mit Feldbetten, Tee und warmen Mahlzeiten vor.

Das war letzten Endes aber nicht notwendig. „Das Gros der Passagiere wurde mit Bussen oder Taxis nach München und Salzburg gebracht, die Kosten für Transfer bzw. Übernachtung tragen die Airlines.“ Nur bei wenigen komplett gestrichenen Flügen mussten die Kunden auf eigene Faust nach einem neuen Flug suchen – „wobei wir da nach unseren Möglichkeiten geholfen haben“, so Dierich. Die Passagiere seien „sehr diszipliniert“ gewesen, „viele zeigten großes Verständnis“, betont er.

Dierichs besonderes Lob gilt der Mannschaft am Flughafen: „Es ist ein enormer logistischer Aufwand, wenn man sich um 2500 Leute kümmern muss. Unsere Mitarbeiter haben das großartig abgewickelt und begegneten auch Passagieren, die nach mehrstündiger Wartezeit vielleicht nicht mehr so gut gelaunt waren, höflich und professionell.“ Wie groß der wirtschaftliche Schaden ist, der für den Flughafen – vor allem durch den Entgang der Landeentgelte – entstand, konnte Dierich gestern noch nicht beziffern. (md)