Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.03.2018


Bezirk Landeck

Steiniger Weg zur Freigabe der Kauner Landesstraße

Die Kauner Landesstraße ist seit gestern wieder einspurig befahrbar. In Ladis braucht man noch etwas Geduld.

© Land Tirol/ThönyMontagabend verschüttete ein Hangrutsch die Kauner Landesstraße, seit gestern ist sie wieder einspurig befahrbar.



Von Matthias Reichle

Kauns, Fließ, Ladis – „Es ist Gott sei Dank nur oberflächlich und geht nicht weit hinauf“, Baubezirksamtsleiter Günter Heppke ist froh, dass der Hangrutsch auf die Kauner Landesstraße nicht größer ausgefallen ist. Ihn beschäftigen derzeit gleich mehrere große Hangbewegungen im Bezirk Landeck, die sich nicht so leicht verbauen lassen.

Insgesamt dürften am späten Montagnachmittag rund 20 Kubikmeter Material abgebrochen sein. Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt. Nach ersten Felsabräumungen konnte sie nun gestern wieder freigegeben werden – vorübergehend jedoch nur einspurig. Betonleitwände sichern die Fahrbahn vor weiteren Abbrüchen ab. „Es ist nicht dramatisch“, so Heppk­e. „Der Hang muss jetzt abtrocknen, bevor die weiteren Arbeiten beginnen können.“ Die Landesgeologen waren am Dienstag vor Ort, um sich ein Bild vom Zustand des Gesteins zu machen. Der Streckenabschnitt soll in weiterer Folge verbaut werden. Grund für den Hangrutsch dürfte das Tauwetter und das damit verbundene Schmelzwasser gewesen sein. „Deshalb ist vor allem bei Einsetzen intensiver Schneeschmelze, starker Niederschläge und auch zwischendurch regelmäßig der aktuelle Bereich zu beobachten“, betonte Landesgeologe Werner Thöny.

Entspannung könnte es auch für eine weitere Baustelle auf der Zufahrt nach Fließ geben. Die Strecke ist seit Ende Jänner gesperrt und soll am Freitag unter Einschränkungen wieder aufgehen. Vorerst jedoch nur einspurig. Man ist „optimistisch“, betont Günter Köhle vom Baubezirksamt. Sicher weiß man das nach einer weiteren Begehung mit einem Geologe, die heute stattfindet.

Keine guten Nachrichten gibt es für die Landesstraße nach Ladis, die ebenfalls nach einem Felssturz gesperrt bleibt. „Die Arbeiten dauern sicher nicht einige Wochen, es ist schwer zu sagen, wie lange“, so Heppke. Um den Fels zu sichern, müssen bis zu 15 Meter lange Anker verbaut werden. Da das Gestein von oben nach unten vernetzt wird, kann die Fahrbahn auch nicht einspurig geöffnet werden.