Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.05.2018


Bezirk Imst

Petition für Nightliner ins Pitztal gestartet

Die Junge Generation der Bezirks-SPÖ macht mobil: Über 500 Personen haben die Online-Petition bereits unterzeichnet.

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© Ötztaler Verkehrsgesellschaft



Von Alexander Paschinger

Jerzens – Seit einem halben Jahr haben Jugendliche die Möglichkeit, mit einem Nightliner-Zug von Innsbruck in den frühen Morgenstunden heim ins Oberland zu kommen. Ursprünglich von der SPÖ gefordert, letztlich aber auch von der Jungen VP tatkräftig unterstützt, wurde diese Verkehrslösung in die Realität umgesetzt. Nun macht die Junge Generation (JG) der SPÖ im Bezirk erneut Druck: Seit dem 16. Mai läuft eine Online-Petition für einen Nightliner-Bus ins Pitztal. Bislang haben mehr als 500 Personen unterzeichnet, immerhin 39 Prozent davon geben an, direkt von der Forderung betroffen zu sein.

„Wir möchten mit diesem Projekt zeigen, dass auch Jugendliche und junge Personen Projekte selbstständig fördern und fordern können“, erklärt Johannes Reinstadler, der Vorsitzende der Imster JG. Er stammt selbst aus Jerzens, studiert aber in Innsbruck. „Die Petition dient dazu, den Druck auf die Gemeinden bzw. den Planungsverband zu erhöhen und eine neue Form der Diskussion über Mobilität zu beginnen.“ Er ist überzeugt, dass „99 Prozent der Unterzeichner einen Bezug zum Pitztal“ haben.

Derzeit fährt der letzte Bus von Imst ins Pitztal um 18.25 Uhr ab. „Das ist kein tragbarer Zustand mehr und grenzt die Mobilität von Personen, die sich kein Auto leisten können, stark ein“, so Reinstadler.

Die Unterschriften will er am Mittwoch dem Planungsverband Pitztal vorlegen. Und er hat sich auch beim VVT erkundigt: Der Bus, der an Freitagen, Samstagen und Vorfeiertagen in St. Leonhard startet und um 3 Uhr beim Bahnhof Imst die Zugankömmlinge wiederum Richtung Pitztal abholen würde, „kostet 50.000 Euro im Jahr“. Im Ötztal gebe es ein vergleichbares System, das zu 50 Prozent vom Land finanziert wird. „Wenn also die Hälfte die Gemeinden oder vielleicht auch der TVB übernehmen, dazu kommt ja auch der Fahrkartenerlös“, rechnet Reinstadler vor, dann müsse es machbar sein.

In der Stadt Imst gibt es übrigens noch keine eigene Buslinie für die Ankömmlinge des Nightliner-Zuges: „Wir haben noch kein Zahlenmaterial über die Frequenz“, sagt BM Stefan Weirather. Ob sich daher eine Linie auszahlt, könne man erst im Herbst sagen. Ansonsten werde man sich vielleicht etwas in Richtung Taxi-Gutscheine überlegen.

Eine solche Variante wurde im Rahmen von „Dorf erleben“ in Nassereith angeregt. Konkretes gebe es aber noch nicht, so BM Herbert Kröll.