Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 16.09.2018


Bezirk Imst

Timmelsjoch feierte 50er

Der beispielgebende Alpenübergang erhielt gestern zum Jubiläum eine weitere museale Aufwertung.

© Die geschichtsträchtige Timmelsjochstraße feierte gestern 50-Jahr-Jubiläum.Foto: Ploder



Sölden – „Mittags Skilauf auf den Ötztaler Gletschern, nachmittags im Freien unter Palmen in Meran entspannen“, formulierte der Ötztaler Tourismuspionier Angelus Scheiber anno dazumal seine Vision von einer Nord-Süd-Verbindung über das Timmelsjoch. Und er fand Unterstützung in der Politik: 1955 wurde die Timmelsjoch-Hoch­alpenstraßen AG gegründet, um eine durchgehende Straßenverbindung vom hinteren Ötztal ins Passeier zu errichten.

Der Spatenstich in Gurgl erfolgte am 30. Oktober 1955, am 17. Juli 1957 wurde das Teilstück zum Joch auf österreichischer Seite eröffnet. Um das Ziel zu erreichen, musste allerdings die italienische Regierung in zähen Verhandlungen davon überzeugt werden, an der steilen Südseite ein­e stillgelegte Militärstraße auszubauen.

Vor 50 Jahren, am 15. September 1968, wurde die Timmelsjoch-Straße schließlich in ihrem heutigen Verlauf offiziell geöffnet. Sie gilt als Meilenstein im alpinen Straßenbau des 20. Jahrhunderts und diente sowohl der Felbertauernstraße wie auch der Brennerautobahn als bauliches Vorbild.

„Die Gemeindeverwaltung von Moos in Passeier hat verschiedene Initiativen ins Leben gerufen und vorangetrieben, welche diesen besonderen Jubiläumstag unter dem Motto ,Wenn Grenzen verbinden‘ unvergessen machen“, erklärte der Mooser Bürgermeister Gothard Gufler.

Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino übernommen. „Durch unsere Initiativen im Jubiläumsjahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen und nach vorne blicken“, so der Mooser Gemeindereferent Konrad Pamer. Bereits seit zwei Jahren arbeiten die Gemeinde Moos in Passeier und Ötztal Tourismus an der nachhaltigen Aufwertung der Timmelregion.

Kulturelle und sanft­e touristische Angebote sollen dieses sensible Gebiet nachhaltig aufwerten und auch in Zukunft miteinander verbinden. Auf österreichischer Seite bestanden im Verlauf der Panoramastraße bereits fünf kulturelle Hotspots. Nun wurde auch auf Südtiroler Seite nahe der Grenze ein Museum seiner Bestimmung übergeben. Im Rahmen des grenzübergreifenden österreichisch-italienischen Interreg-Projektes „Timmel Transit 2018“ wurde mit nationalen Mitteln sowie solchen des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung eine ehemalige Grenzanlage adaptiert. (tp)