Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 10.10.2018


Innsbruck

Rekordzahlen bei IVB, jeder Dritte besitzt ein Zeitticket

Hohe Erwartungen für den Start der Regionalbahn im Jänner. Geschäftsführer Baltes sieht Fortbestand der Linie 6 nicht in Diskussion.

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© thomas boehm(Symbolfoto)



Von Marco Witting

Innsbruck – „Die IVB bewegen die Stadt.“ Mit dem Werbeslogan des Unternehmens eröffnete BM Georg Willi (Grüne) gestern die Pressekonferenz zum Kundenbericht der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB). Untermauert wurde die Aussage mit neuen Rekordzahlen und dem aktuellen Kundenbericht. Mit 61,7 Millionen Fahrgästen wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Bei der Kundenzufriedenheit „haben die IVB von den Fahrgästen hervorragende Schulnoten“ erhalten, wie Willi erklärte. Und die nähere Zukunft lässt für den öffentlichen Nahverkehr weitere Zuwächse erwarten.

Über zehn Prozent Steigerung gab es 2017 bei den Fahrgästen gegenüber 2016. „Ab 25.1. wird die Regionalbahn auch ins O-Dorf fahren“, erklärte IVB-Chef Martin Baltes. Daraus ergibt sich naturgemäß die Erwartung steigender Fahrgastzahlen in der Zukunft. „Das wird eine wichtige West-Ost-Achste und in den nächsten drei Jahren geht es dann um den Bau bis Rum bzw. Völs.“ Ein wichtiger Punkt für die gesteigerte Nachfrage ist die Tarifreform, die auch Ein- und Auspendlern die Nutzung des städtischen Nahverkehrs ermöglicht. Auch hier werden sich wohl durch die zweite Ausbaustufe weitere Zuwächse ergeben. Schon jetzt ist statistisch gesehen jeder dritte Innsbrucker ab sechs Jahren Besitzer eines IVB-Zeittickets. Von 2014 bis 2017 hat sich diese Zahl von 29.000 auf 48.000 Tickets erhöht. „Aber natürlich gibt es noch Dinge, die wir verbessern müssen. Und es wird vorkommen, dass ein Bus einmal vor der Nase wegfährt. Wir arbeiten stets an diesen kleinen Dingen“, erklärte Baltes. Einem voll mit Schülern besetzten Bus war es auch geschuldet, dass der IVB-Chef kürzlich einen Flug verpasste, wie er selbst erzählte. Für Baltes kein Grund zum Ärgernis, sondern ein Zeichen, dass man auf dem richtigen Weg sei.

Für die zuständige Verkehrsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) ist die Regionalbahn mit fast 40 Prozent mehr Kapazität zwischen O-Dorf und Technik „ein Meilenstein“. Sie sagt: „74 Prozent der Innsbrucker sind zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis unterwegs. Mit der Tram-Erweiterung wollen wir noch weitere Anreize schaffen.“

Mehrfach Kritik kam in jüngerer Vergangenheit von der FPÖ rund um die Linie 6. Stadtrat Rudi Federspiel hatte die fehlenden „konkreten Planungen“ für einen Ausbau bemängelt und diesbezüglich auch eine dringende Anfrage im Gemeinderat eingebracht. „Alle Fraktionen haben sich in den öffentlichen Wortmeldungen für den Erhalt bzw. Ausbau ausgesprochen. Es fehlen aber die Planungen dafür.“ Federspiel will verhindern, „dass die 6er ein schleichender Tod ereilt“.

Darauf angesprochen, erklärte Baltes: „Der Fortbestand der Linie 6 ist derzeit nicht in Diskussion gestellt. Ich finde es toll, dass sich eine Partei, die gegen die Regionalbahn ist, doch für ein schienengeführtes Verkehrsmittel einsetzt. Vielleicht kann man hier noch weitere Gemeinsamkeiten finden.“ Es sei hier viel versucht worden, das letztlich nicht zu einem wirtschaftlich notwendigen Erfolg geführt habe. Baltes verwies für die Zukunft der Linie auf einen entsprechenden Arbeitskreis mit dem Gemeinderat.