Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


Bezirk Schwaz

Wintersportler in Schwaz sollen mehr auf Bus umsteigen

Teils ging es letzten Winter auf der Straße zum Kellerjochskigebiet in Schwaz weder vor noch zurück. Ein neuer Busplan soll das ändern.

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© Fankhauser



Von Eva-Maria Fankhauser

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Schwaz, Pill – Die Nerven lagen letzten Winter bei vielen blank, wenn es darum ging, von Schwaz zur Talstation der Kellerjochbahn zu kommen. Die Straße führt über den Pillberg und war oftmals schon Kilometer vor der Liftanlag­e zugeparkt. Die Parkplätze waren hoffnungslos überfüllt. Securitys mussten eingesetzt werden, die versuchten, den Verkehr besser zu lenken.

Heuer soll das anders laufen. Die Gemeinden Pill und Schwaz haben einen neuen Busfahrplan ausgearbeitet. Sie hoffen, dass durch vermehrte Fahrten auch mehr Wintersportler vom eigenen Auto auf den Bus umsteigen. „Am Samstagnachmittag fehlt­e gegenüber Wochentagen bzw. Sonn- und Feiertagen eine Verbindung, die im jahresdurchgängigen Fahrplan nicht enthalten war, jedoch für Skifahrer und Rodler wichtig ist“, erklärte GR Hermann Weratsch­nig bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Schwaz.

Ab 10. Dezember soll laut Beschluss ein neuer Fahrplan für den Regiobus 8 Schwaz–Pill–Pillberg eingeführt werden. Dieser gilt während der Liftbetriebszeit der Kellerjochbahn für die kommende Saison bis spätestens Ostermontag 2019. Es wird vor allem in den Stoßzeiten einen zweiten Bus zur Verstärkung geben. „Einer der Busse fährt von Schwaz aus über den Arzberg auf den Pillberg, der andere vom Schwimmbad über Pill. Das verkürzt die Fahrzeit und sorgt für mehr Kapazität“, sagt Weratschnig.

Bis Ende März erhöhen sich die Kosten dadurch von rund 13.600 € auf etwa 25.000 €. Laut Weratschnig könne man seitens des VVT mit einer Kostenbeteiligung von einem Viertel rechnen. Die Fördersätze von Tourismusverband Silber­region Karwendel (5000 €) und der Skiliftgesellschaft (1250 €) blieben gleich.

Gemeinsam mit den Gemeinden Gallzein und Pill geht Schwaz nun in Vorleistung für den Busbetrieb. „Aber es braucht eine faire Finanzierung. Wir müssen da den TVB noch mehr vom verstärkten Busverkehr überzeugen“, meint Weratschnig. Das sieht auch Vize-BM Martin Wex so: „Der TVB, Lift und Gastronomie am Hecher profitieren vom verstärkten Busangebot. Der Wermutstropfen ist jedoch, dass die öffentliche Hand zahlen muss – nicht die, die profitieren.“

Seitens des TVB sieht man allerdings keinen Handlungsbedarf in Sachen Zuschuss. „Bisher gibt es keine Anfrage seitens der Stadt an uns. Aber ich denke, da geht es primär um Infrastruktur für Einheimische“, sagt TVB-Obmann Peter Unterlechner. Es sei daher nicht Aufgabe des Tourismusverbandes, den Busverkehr dort zu unterstützen. Das Problem liege laut ihm teils daran, dass die Kellerjochbahn nicht mehr bis ins Tal herunterreicht.

Weratschnig sieht durch den Abbau der Liftsektion im Tal einen „gut frequentierten Busverkehr“ als Voraussetzung für den Erhalt des Skigebietes und auch der touristischen Positionierung der Silberregion.

Werner Kostenzer, Chef der Kellerjochbahn, war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.