Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Bezirk Imst

Roppen wird keine Heimat für „Gaspedalritter“

Verordnung zur Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h im gesamten Gemeindegebiet, exklusive Landesstraße, wird vorbereitet.

© DornVorerst keine Kreisverkehrlösung gibt es für die Zufahrt zum Gewerbegebiet.Fotos: Dorn



Von Agnes Dorn

Roppen – Zur Klärung mehrerer verkehrstechnischer Fragen wurde im Frühjahr das Ingenieurbüro Hirschhuber beauftragt. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung war es dann so weit und Ingenieur Helmut Hirschhuber präsentierte die Ergebnisse seiner Arbeit. Eine der Hauptfragen der Gemeinde war, ob eine 30er-Zone im gesamten Gemeindegebiet zulässig wäre.

Zur Analyse der Ist-Situation dienten dem Planer zunächst die Verkehrserhebungen an diversen Punkten im Ortsgebiet, so beispielsweise an der MS-Design-Straße, auf der die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von nahezu allen Fahrzeugen deutlich überschritten wird. An allen anderen neuralgischen Punkten hielt sich die Übertretung in Grenzen. Davon, dass man die Senkung der höchstzulässigen Geschwindigkeit bei der zuständigen Behörde durchbekommen werde, zeigte sich Verkehrsplaner Hirschhuber überzeugt: „Die Senkung erhöht die Sicherheit, da in Roppen die Straßen oft ohne Gehwege beziehungsweise sehr eng sind.“ Die gesamte Landesstraße L242 mit einzubeziehen, werde sich aber nicht ausgehen, so Hirschhuber. Da müssten andere Voraussetzungen gegeben sein.

So weit vor der Schule wie möglich soll die 30er-Zone auch auf die Landesstraße ausgedehnt werden, hofft dagegen der Gemeinderat. Eine Absicherung der Gehwege mittels Poller sei an manchen Gefahrenstellen sinnvoll, aber nur ab einer Gehwegbreite von 90 Zentimetern möglich, so der Verkehrsplaner. Die in Frage kommenden Stellen wird der Gemeindevorstand vor seiner nächsten Sitzung in Augenschein nehmen. Auf die 30er-Regelung im Ortsteil Obbruck wird dagegen bereits mittels Fahrbahnschwelle und vier zusätzlichen Piktogrammen deutlicher hingewiesen. Die Verkehrsbeschränkung auf den Gemeindestraßen wird nun nach der Erstellung des Gutachtens im nächsten Frühjahr durch die Gemeinde verordnet werden, für die Landesstraße ist dagegen die Bezirkshauptmannschaft zuständig.

Als zweites Aufgabengebiet nahm sich Hirschhuber auch der Problematik der Zufahrt zum Gewerbepark an: Dort ergaben die Messungen, dass das Verkehrsaufkommen mit täglich rund 8500 Fahrzeugen zwischen 6.30 und 18.30 Uhr zu gering sei, um die Notwendigkeit eines Kreisverkehrs zwingend zu begründen. Außerdem könnten die Richtlinien zur Befahrbarkeit bei einer solchen Lösung vermutlich nicht alle eingehalten werden und selbst wenn man den Kreisverkehr Richtung Wald verschieben würde, könnte keine optimale Einfahrt ermöglicht werden, so Hirschhuber.

Dass es die letzten Jahre hier keinen Unfall gegeben hat, sieht Bürgermeister Ingo Mayr nicht als selbstverständlich an: „Es ist verwunderlich, dass da nie etwas passiert.“ Und auch sein Vize Günter Neururer pocht auf eine Lösung: „Das ist wirklich eine blöde Ausfahrt. Da muss man sicher noch einmal darüber nachdenken.“ Die Verlegung der Zufahrt wäre eine solche Möglichkeit, die man näher prüfen sollte, so Neururer. Zumal mit der bevorstehenden Erweiterung des Gewerbegebiets um insgesamt zwei Hektar auch das Verkehrsaufkommen deutlich gesteigert werden wird.