Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Bezirk Schwaz

Neue Seilbahn soll Verkehrschaos beenden

Mit der Gondel vom Arzberg bis Grafenast – anstatt mit dem Auto. Diese Idee könnte einen Teil des Verkehrs zum Skigebiet Kellerjoch abfangen.

© TVB Silberregion KarwendelBereits ohne Hotel und Chaletdorf kam es an Spitzentagen zum Verkehrschaos bei der Kellerjochbahn.



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – Spät, aber doch. Im Vorjahr wurde das Zielhaus der Schwazer Turnerschaft bei der Skipiste am Kellerjoch versetzt. Raumordnerisch hatte man das schnell geklärt. Doch die Widmung wurde erst in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen. „Dass so etwas länger dauert, bis das im Raumordnungskonzept geändert ist und das Land das geprüft hat, kommt immer wieder vor“, erklärt Baureferent Philipp Ostermann-Binder. Nun sei aber alles korrekt. Für BM Hans Lintner ein „Formalbeschluss“. Nichts Besonderes.

Ganz im Gegensatz zur Initiative der Stadt, der Verkehrsbelastung über den Pillberg und dem Parkchaos am Grafenast den Kampf anzusagen. Der letzte Winter hat gezeigt, dass vor allem der Parkplatz dem Besucheransturm nicht standhielt. Die Zufahrtsstraßen wurde zugeparkt. Busse kamen kaum noch vorbei. Securitys mussten eingesetzt werden. Es war ein Chaos.

Die Verkehrssituation war letztes Jahr mehr als chaotisch.
- zoom.tirol

Ein neuer Lift von der so genannten Keilwies am Arzberg hinauf bis zum Grafenast soll einen Teil des Verkehrs abfangen. „Planungen gibt es noch keine. Aber die Bemühungen sind da. Wir haben bereits mit der Besitzerin gesprochen. Sie ist einverstanden“, sagte BM Hans Lintner auf Anfrage der TT. Das habe er auch Kellerjochbahn-Eigentümer Werner Kostenzer übermittelt. „Somit kann er nun weitere Planungen und Ideen dort ansetzen“, sagt Lintner. Denn die Piste ist da. Nur der alte Lift im Bereich der Mittelstation müsse durch einen neuen ersetzt werden.

Die alte Anlage ist laut Kostenzer nicht mehr genehmigungsfähig und der Kostenaufwand spreche nicht für eine Erneuerung. Eine neue Gondelbahn bis Grafenast sei durchaus möglich. „Auch, um eine Entlastung auf der Straße für die Pillberger zu schaffen“, sagt Kostenzer. Mehr könne er dazu aber noch nicht sagen.

Ende November stehe eine Besprechung an. Dann werden auch andere Maßnahmen für das kleine Skigebiet über Schwaz weiterverfolgt. Wie etwa der Speicherteich für eine erweiterte Beschneiung. Im ursprünglichen Zeitplan war dieser schon für 2017 geplant. Aber bis dato wurde nichts daraus. Laut dem Schwazer Sportreferenten und Stadtrat Matthias Zitterbart wurde der Bau des Speicherteichs auf nächstes Jahr verlegt.