Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.11.2018


Landeck

Parkdeck in Landeck bleibt akutes Pendler-Anliegen

Rege Diskussion beim Öffi-Treff: Berufstätige wünschen sich bessere Anbindung zum Arbeitsplatz. Sammeltaxi soll Bus-Lücken schließen.

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© Wenzel



Landeck – Das seit Jahren akute Thema „Parkplatz-Notstand“ rund um den Bahnhof Landeck-Zams musste ja zur Sprache kommen, als der Verkehrsverbund Tirol (VVT) zur Diskussion über den öffentlichen Verkehr im Bezirk lud. Rund 50 Teilnehmer waren beim „Öffi-Treff“ am Donnerstagabend im Stadtsaal dabei. Den Fragen stellten sich LHStv. Ingrid Felipe, Rene Zumtobel (ÖBB), Ale­xander Jug, Markus Kathrein (beide VVT) sowie BM Wolfgang Jörg.

„Ich pendle täglich nach Innsbruck zu meinem Arbeitsplatz“, schilderte ein Prutzer. Gerne würde er mit dem Bus zum Bahnhof Landeck fahren. „Aber das geht nicht, weil der Anschluss zum Frühzug um 6.05 Uhr nicht passt. Also muss ich den Pkw nehmen. Der Parkplatz ist schon am frühen Morgen randvoll.“ Mindestens 30 weitere Pendler aus dem Obergricht seien von den Problemen betroffen, so der Prutzer. Man könne nur auf den Bau des „in Aussicht gestellten Parkhauses“ hoffen.

Dass die Park&Ride-Anlage am Bahnhof ein großes Thema sein würde, habe er erwartet, sagte Stadtchef Jörg. „Es gibt dort 225 Parkplätze, es müssten 65 mehr sein.“ Ob es im näheren Umfeld noch Flächen gibt, etwa beim früheren Asylwerberheim Kaifenau, solle geprüft werden. Zusätzliche Arbeitsplätze in der Region könne man sich nur wünschen, „damit weniger Leute auspendeln müssen“, so Jörg. „Wir müssen jedenfalls eine Lösung finden.“ Er könne zwar nicht für die zuständige „ÖBB-Infrastruktur“ reden, aber nach seinem Wissensstand werde es „keine schnelle Lösung“ beim Parkplatzproblem geben, sagte ÖBB-Regionalmanager Rene Zumbtobel. „Landeck und Jenbach sind Hotspots in Tirol.“ Man könne sich nur wünschen, dass die Pendler das Bus-Angebot noch stärker nutzen, „damit weniger Pkw den knappen Parkraum in Anspruch nehmen“. Wie die TT im Oktober berichtete, ist im aktuellen Nahverkehr-Investitionsprogramm des Landes die Erweiterung der Landecker Park&Ride-Anlage nicht vorgesehen.

Eine Mitarbeiterin des Handelshauses Grissemann in Zams würde sich eine bessere Bus-Anbindung „vor allem zu Randzeiten“ wünschen. Das sei auch für Mitarbeiter des Krankenhauses St. Vinzenz nötig, zeigte der Zammer Bürgermeister Siggi Geiger auf. „Wir schauen uns an, ob Linien nach Zams verlängert werden können“, versicherte VVT-Geschäftsführer Jug. Das für öffentlichen Verkehr zuständige Regierungsmitglied Felipe LHStv. stimmte zu: „In den Randzeiten soll noch vieles besser werden. Aber für alle ein punktgenaues Angebot einzurichten, geht nie.“

Vorerst keine Öffi-Lösung anbieten konnte das Expertenforum einer Mutter aus Schönwies-Starkenbach. Sie muss ihren Sohn in der Früh mit dem Pkw nach Imst bringen, wo er eine Lehrausbildung macht.

Bei Bus-Lücken zu Randzeiten und anstatt schwach frequentierter Linien könne er sich den Einsatz von Anruf-Sammeltaxis vorstellen, etwa für die Orte Stanz, Grins und Fließ sowie Fendels und Kaunertal, sagte Jug. „Wenn der Bedarf gegeben ist, wäre das effizienter, als wenn ein 12-Meter-Bus fährt. Wir werden das prüfen.“ (hwe)