Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.12.2018


Bezirk Kitzbühel

Verschiebung bringt Probleme für Zug-Pendler

Freud und Leid bringt der Fahrplanwechsel für die Zug-Pendler aus dem Bezirk Kitzbühel. Sie wünschen sich nach wie vor eine zusätzliche Verbindung in der Früh.

© MühlangerDie Zug-Pendler aus dem Bezirk Kitzbühel sind seit Jahren um eine bessere Verbindung mit der Bahn bemüht.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – „Je nachdem, wen man fragt“ – so die Antwort von Maximilian Ebersberg, Obmann des Pendlerforums Bezirk Kitzbühel, ob der neue Fahrplan Verbesserungen gebracht hat. Es gebe aber schon eine positive Tendenz, räumt er ein. Das Forum hatt­e in den vergangenen Jahren drei Forderungen aufgestellt. Diese betreffen eine zusätzliche Früh-Verbindung, einen zusätzlichen Zug am späteren Nachmittag und einen „Kulturzug“ am Abend.

Zwei der drei Forderungen sind nun erfüllt worden, mit einem Aber, wie Ebersberg betont. So zum Beispiel der Frühzug. „Durch eine Vorverlegung der SB 5004 konnte um ca. 7 Uhr in Wörgl eine frühere Verbindung geschaffen werden“, schildert der Pendler-Obmann, und hier kommt nun das Aber: „Damit ergibt sich nach 7 Uhr eine sehr lange Pause von fast 45 Minuten. Für Pendler, die zeitlich flexibel sind, ist das kein Problem, für andere hingegen schon.“ Dies könnte vor allem die Pendler nach Kundl betreffen. Eine Verbesserung bringe diese Änderung aber für die Pendler nach Schaftenau.

Hier hakt auch die Kirchberger Landtagsabgeordnete Claudia Hagsteiner (SPÖ) ein. „Die Vorverlegung der SB 5004 hat zu einer Unterversorgung geführt, für viele Schüler und Pendler aus dem Brixental kommt es damit zu einer wesentlichen Verschlechterung. Einige werden wieder auf ihr Auto umsteigen müssen. Ziel muss ein Halbstundentakt aus dem Brixental nach Wörgl sein.“ Sie rechnet auch vor, dass zwischen 5 und 8 Uhr zehn Züge aus Kufstein nach Wörgl fahren, aus dem Brixental seien es aber nur fünf. Hier gelte es nachzubessern, betonen beide.

Neu ist auch eine Verbindung mit Abfahrt in Innsbruck um 16 Uhr. „Dieser Regionalexpress REX 1525 wurde nach Innsbruck rückverlängert und ist für die Pendler interessant, die aus Jenbach in den Bezirk zurückmüssen“, erklärt Ebersberg.

Die letzte Neuerung ist ein beschleunigter Regional­express mit Abfahrt um 16.50 Uhr. Dieser Zug soll vor allem den nachfolgenden Railjet entlasten, der oft sehr überfüllt war. „Ob sich das bewährt, wird sich aber erst zeigen“, sagt Ebersberg. Kein­e Lösung gibt es derzeit für einen so genannten „Kulturzug“ am späten Abend.