Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.12.2018


Bezirk Kufstein

Neue Markierungen in Wörgl: Geparkt wird kreuz und quer

In der Wörgler Bahnhofstraße herrscht Verwirrung um eine neue Parkordnung. Markierungen und Schilder zeigen keine Wirkung.

© HrdinaNeben den Bodenmarkierungen weist auch ein Schild auf die neue Parkordnung hin. Nicht alle Pkw-Lenker halten sich daran.



Wörgl – Die einen stehen längs, die anderen quer. Die Parksituation in der unteren Wörgler Bahnhofstraße ist derzeit etwas chaotisch. Seit Kurzem gibt es dort neue Bodenmarkierungen, die aus den bisher quer zur Fahrbahn verlaufenden Stellflächen nun längliche Parkplätze, parallel zur Fahrtrichtung der Einbahnstraße, machen. Und das scheinen viele Pkw-Lenker gekonnt zu ignorieren. Auch ein von der Stadtpolizei hinzugefügtes Verkehrsschild, das auf die neue Parksituation aufmerksam macht, ändert daran nichts.

Die neue Ordnung soll die Verkehrssicherheit erhöhen und geht zurück auf einen Gemeinderatsbeschluss im September 2017. „Wir müssen die Radfahrer, die ja gegen die Einbahn fahren dürfen, vor den Autos schützen“, erklärt Andreas Schmidt, Referent für Raumordnung und Stadtentwicklung. Immer wieder sei es zu gefährlichen Situationen gekommen, weil Lenker beim Rückwärtsausparken die hinter ihnen vorbeifahrenden Radler übersehen hätten.

Der stv. Vorsitzende des zuständigen Technikausschusses zeigt sich zuversichtlich, dass sich die Verkehrsteilnehmer bald an die neuen Markierungen gewöhnt haben werden. Bis dahin seien die Ordnungshüter angewiesen, „Fingerspitzengefühl“ zu zeigen und Verwarnungen auszusprechen, so Schmidt.

Die geänderte Parksituation sei nur ein erster Schritt, um die Bahnhofstraße weiter zu beleben. Im Frühjahr wolle man mit dem Projekt fortfahren. Vor einem Jahr war im Gemeinderat noch die Rede von Grünstreifen und Sitzmöglichkeiten. „Wir haben bereits einen Prototyp für ein begrüntes Sitzmöbel bestellt“, meint Schmidt dazu.

- Hrdina

Kompliziert sei die Sache, da nur ein Teil der Flächen in die Zuständigkeit der Stadt fielen. Andere Bereiche der Gehsteige seien Privatbesitz.

Ob die Bahnhofstraße generell zur Fußgängerzone erklärt werden soll, darauf wollte Schmidt nicht eingehen. Das nächste Ziel sei ein „Shared Space“ – mehr Veranstaltungen und Sitzgelegenheiten seien ein weiterer Schritt dorthin.

Wobei es dazu noch einen Beschluss im Gemeinderat brauchen wird, betont Schmidt und bezieht Stellung: „Die Bahnhofstraße ist in erster Linie für die Leute da, nicht für die Autos. Wir freuen uns über jeden, der ein Ti­scherl aufstellt, das zum Verweilen einlädt.“




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