Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.01.2019


Osttirol

Mehr Lkw, weniger Kontrollen: Kontrollstelle Leisach im Visier

Die Liste Fritz rügt, dass in Leisach 2018 weniger oft kontrolliert wurde als 2017.

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Lienz – Der Verkehr auf den Straßen Tirols nimmt stetig zu, das gilt auch für den Bezirk Lienz. Die jüngsten Zahlen stammen aus dem Verkehrsbericht 2017, und sie weisen für Osttirol besonders beim Schwerverkehr ein großes Plus auf. So waren 2017 entlang der Drautalbundesstraße B100 im Durchschnitt um neun Prozent mehr Lkw mit Anhänger bzw. Sattelschlepper unterwegs als im Jahr davor.

Die Liste Fritz listet diese Daten in einer Anfrage an das Land Tirol auf und will zugleich wissen, wie oft an der Kontrollstelle Leisach Überprüfungen durchgeführt wurden: einerseits 2017, andererseits 2018. Antwort von LHStv. Ingrid Felipe und LHStv. Josef Geisler: Im Jahr 2017 seien an 218 Kalendertagen mehrstündige Schwerverkehrskontrollen erfolgt – nicht immer direkt in Leisach, aber meistens. Im Jahr 2018 waren es (bis einschließlich 17. Dezember) Kontrollen an 190 Kalendertagen. Dabei weist das Land auch darauf hin, dass im November wegen der Unwetter kaum kontrolliert werden konnte. Das Delikt, das bei den Kontrollen am häufigsten festgestellt wurde, war der Verstoß gegen Lenk- und Ruhezeiten.

Markus Sint, Landtagsabgeordneter der Liste Fritz, fordert häufigere Überprüfungen in Leisach. „Es überrascht negativ, dass es 2018 weniger Lkw-Kontrollen gegeben hat als im Jahr 2017“, sagt er. Sint behauptet, mehr Kontrollen würden verhindern, dass die Straßen durch Osttirol zu einer Ausweich-Transitstrecke würden. Müde und ausgelaugte Lenker aus dem Verkehr zu ziehen, bedeute auch mehr Sicherheit für die Bevölkerung, sagt Sint.

Ingrid Felipe und Josef Geisler weisen in ihrer Anfragebeantwortung darauf hin, dass seit der Errichtung der Kontrollstelle Leisach deutlich mehr Schwerlaster überprüft würden als davor. Und: „Die Unfallzahlen im Schwerverkehr weisen für den Bezirk Lien­z keine besonderen Auffälligkeiten auf“, heißt es in der Anfragebeantwortung. Deshalb gebe es keinen Grund, häufiger zu kontrollieren als bisher. (TT, co)