Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 22.01.2019


Bezirk Landeck

Polizei im Bezirk Landeck hat 2018 236 Führerscheine „kassiert“

Sechs Verkehrsteilnehmer wurden 2018 auf den Straßen des Bezirkes Landeck getötet. 236 Alko-Lenker und Temposünder mussten den rosa Schein abgeben, 30 mehr als im Vorjahr.

Beamte aller sechs Polizeiinspektionen des Bezirkes und der Autobahnpolizei Imst sind bei den Verkehrskontrollen im Einsatz.

© WenzelBeamte aller sechs Polizeiinspektionen des Bezirkes und der Autobahnpolizei Imst sind bei den Verkehrskontrollen im Einsatz.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Auf Tirols Straßen starben im Vorjahr 36 Menschen, sechs davon im Bezirk Landeck. „Es waren vier Motorradfahrer“, weiß Verkehrsreferent Norbert Ladner vom Bezirkspolizeikommando Landeck. Dazu kommt der schwere Zusammenstoß vom 17. Februar auf der Reschenstraße, wo zwei Südtiroler im Pkw starben. Die Zahl der Verletzten ist von 160 (im Jahr 2017) auf 185 im Vorjahr gestiegen. Trotz der unerfreulichen Fakten sehen Ladner und Bezirkspolizeichef Werner Hauser „keine besonderen Auffälligkeiten“. Man habe „viel in die Verkehrsüberwachung investiert“, so Ladner. „Die Lkw-Kontrollen am Reschen sind intensiviert worden.“ Praktisch alle 110 Beamten aus den sechs Polizeiinspektionen „machen regelmäßig Verkehrsaußendienst“, schildert Hauser. Zudem sei mit der Motorradstreife ein „spezieller Bezirksverkehrsdienst“ im Einsatz.

In der Jahresbilanz von Abteilungsleiter Siegmund Geiger (Polizei- und Verkehrsreferat der BH Landeck) fallen 236 Führerschein-Abnahmen auf, 30 mehr als im Jahr zuvor. In 140 Fällen war Alkoholisierung der Grund. „31 Personen hatten mehr als 1,6 Promille im Blut“, so Geiger. „Sie mussten mindestens einen viermonatigen Führerschein-Entzug in Kauf nehmen.“ Keinesfalls sei unter den Alko-Lenkern nur die jüngere Generation vertreten. Auch „etliche ältere Lenker“ hätten die PromilleGrenze überschritten.

In elf Fällen hatte es die Polizei mit „Alkotest-Verweigerern“ zu tun. Sie alle waren ihren rosa Schein mindestens vier Monate los. Schließlich konnten die Gesetzeshüter zwei Lenker stoppen, die bereits nach dem Suchtmittelgesetz verurteilt waren.

Zahlreiche Temposünder haben ebenfalls Strafen ausgefasst – die Polizei knöpfte 64 Lenkern den Schein ab. Sie waren im Ortsgebiet mindestens 40 km/h schneller als erlaubt unterwegs. Oder 50 km/h zu schnell auf Freilandstraßen. Auch jene neun Personen, die eine vorgeschriebene Führerschein-Nachschulung ignoriert hatten, mussten ihre Fahrlizenz bei der Behörde abliefern.

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Zumindest einige leicht positive Trends scheinen im Jahresbericht auf: So ist die Zahl der Verkehrsdelikte bzw. Strafverfahren von 45.834 (im Jahr 2017) auf 44.292 geschrumpft. Die Summe der verhängten Strafgelder liegt bei 2,57 Mio. Euro, 2,71 Mio. Euro waren es im Vorjahr.

Die Disziplin der Autofahrer spiegelt sich auch auf dem kurzen und einzigen Autobahnabschnitt des Bezirkes wider – auf der Strecke Zams-Schönwies. Dort gilt der so genannte „IGL-Hunderter“, also ein Limit von 100 km/h nach dem Immissionsschutzgesetz Luft. Temposünder mussten „nur“ 178.300 Euro überweisen, im Jahr zuvor waren es noch 237.000 Euro.