Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.01.2019


Innsbruck-Land

500-Tonnen-Bauteil legte in Hall eine Punktlandung hin

Im Rahmen der laufenden Umbauarbeiten am Bahnhof Hall haben Techniker und Spezialisten der ÖBB kürzlich das 500 Tonnen schwere Herzstück der neuen Personenunterführung punktgenau in die Endposition eingepasst.

Der 500 Tonnen schwere Rahmen für die neue Personenunterführung am Haller Bahnhof wurde präzise unter die Gleise eingeschoben.

© ÖBB/PellizzariDer 500 Tonnen schwere Rahmen für die neue Personenunterführung am Haller Bahnhof wurde präzise unter die Gleise eingeschoben.



Hall – Es war eine Art Puzzlespiel im XXL-Format: Im Rahmen der laufenden Umbauarbeiten am Bahnhof Hall haben Techniker und Spezialisten der ÖBB kürzlich das 500 Tonnen schwere Herzstück der neuen Personenunterführung punktgenau in die Endposition eingepasst.

Die umfangreichen Umbauarbeiten (Gesamtvolumen inkl. Planung: ca. 11,5 Mio. Euro) laufen seit Juli 2018. Nach Abschluss der Arbeiten, geplant für Ende 2019, werden alle Züge barrierefrei erreichbar sein.

Nun wurde der 500.000 Kilogramm schwere, zehn Meter lange, zehn Meter breite und fünf Meter hohe Rahmen für die Personenunterführung über eine Strecke von 14 Metern unter die Bahngleise eingeschoben. Dazu wurde das gewaltige Bauteil zunächst von vier Pressen mit einer Tragkraft von je 200 Tonnen angehoben. Unter dem Rahmentragwerk wurden zwei Verschubbahnen mit 8 Millimeter dicken Teflonplatten ausgelegt. Waren es in der Antike noch massive Rundhölzer, mit denen man tonnenschwere Blöcke bewegen konnte, gleiten die tonnenschweren Bauteile heute nämlich fast mühelos über eine dünne Schicht Teflon.

Der Einschub bzw. Zugvorgang erfolgte mittels zweier Pressen mit je 17,5 Tonnen Zugkraft – ohne Beeinträchtigung des laufenden Bahnbetriebes. Insgesamt waren acht Mitarbeiter rund vier Stunden lang damit beschäftigt. Nun kann von beiden Seiten an der Personenunterführung weitergearbeitet werden. Bereits ab Ende März soll diese für die Bahnkunden benutzbar sein.

Durch die Bauarbeiten fällt, wie berichtet, die Schnellbahnlinie S3 zwischen Hall und Innsbruck-Hauptbahnhof noch bis 3. Mai in beiden Fahrtrichtungen aus. Bis dahin besteht also statt eines Viertelstunden- nur ein Halbstundentakt. (TT)