Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.03.2019


Tiroler Mobilitätspreis

Große Bühne für Ideen zu klimafreundlichem Verkehr

Land, VCÖ und ÖBB rufen zur Teilnahme beim Tiroler Mobilitätspreis auf. Bewerbungen können noch bis 14. Juni eingereicht werden.

Sowohl Schwer- als auch Autoverkehr sind nach wie vor Klimasünder Nummer eins in Tirol.

© Julia HammerleSowohl Schwer- als auch Autoverkehr sind nach wie vor Klimasünder Nummer eins in Tirol.



Innsbruck – Egal ob Schulen, Betriebe, Gemeinden oder private Einrichtungen: Die Bewerbung für den Tiroler Mobilitätspreis steht allen offen, die mit innovativen Projekten für den klimafreundlichen Verkehr der Zukunft aufwarten. Ausgelobt wird die Auszeichnung vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ), dem Land Tirol und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Einreichfrist ist der 14. Juni.

Zwar sei der Verkehr in Tirol immer noch Klimasünder Nummer eins, sagte VCÖ-Experte Michael Schwendinger gestern beim Startschuss für den diesjährigen Mobilitätspreis. „In einigen Bereichen ist man aber weiter als andere Bundesländer.“ Dies zeigten auch die Ergebnisse von Tiroler Projekten bei der bundesweiten Mobilitätspreis-Vergabe in den vergangenen Jahren, etwa 2018 das Mobilitätszentrum in Lienz. Schwendinger befand, dass „die Tiroler immer wieder gute Ideen“ hervorbringen.

Die Einreichungen werden wie jedes Jahr von einer Fachjury bewertet. Bei der diesjährigen Ausgabe des Preises wird besonderes Augenmerk auf das Vermeiden von Verkehr gelegt – etwa in Form von Raumordnungskonzepten und verkehrssparender Siedlungspolitik. Auch die Digitalisierung und deren Chancen zur Verringerung von CO2-Emissionen sollen verstärkt in den Fokus gerückt werden.

Verkehrs- und Umweltlandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) betonte, dass der Preis zwar einerseits dafür da sei, um bereits umgesetzte, klimaschonende Konzepte auszuzeichnen. „Aber auch um andere Gemeinden, Unternehmen, Menschen zu motivieren, es den Siegern gleichzutun.“

Eines der umweltfreundlichsten Fortbewegungsmittel ist zweifelsohne der Zug. Während bei einer Autofahrt mit einem Diesel oder Benziner durchschnittlich pro Mensch und Kilometer rund 218 Gramm CO2 ausgestoßen werden, liegt dieser Wert bei einer Fahrt mit der Bahn lediglich bei zirka 14 Gramm. Das geht aus Zahlen des Umweltbundesamts hervor.

Auch deshalb, weil sie für eine klimaschonende Form der Mobilität stehen, sind die Österreichischen Bundesbahnen Partner des VCÖ-Preises. Christian Wieser von der ÖBB-Infrastruktur sagte, dass der Zug aber nur ein Teil der Lösung sei. „Um dem Klimawandel effizient entgegenzutreten, braucht es einen Schulterschluss zwischen vielen Menschen und Stellen.“

Die einzureichenden Unterlagen und weitere Informationen zur Bewerbung finden sich unter www.vcoe.at oder direkt beim Verkehrsclub Österreich unter der Nummer 01/8932697. (bfk)